Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Abrabanels Stellung zur Agada
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 10)
- Language
- German
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Abrabanels Stellung zur Agada 279 oder die Legende, Maimonides habe am Ende seines Lebens bekannt, daß er, zur Kabbala bekehrt, manche seiner Ansichten zurückgenommen hätte, wenn er nicht schon zu alt gewesen wäre und seine philosophischen Schriften be~ reits eine weite Verbreitung gefunden hätten25. Mit seiner Kritik gegen Maimonides nicht zurückhaltend, konnte Abrabanel es nicht begreifen, wie Maimonides den Schöpfungsbericht als Allegorie auslegen könne26, und doch hat er im großen und ganzen in der allegorischen Deutung der Agada den Weg innegehalten, den Maimonides gewiesen hatte. Maimonides folgend, erklärt Abrabanel viele Legenden als Allegorie und faßte, darin wieder Abraham Maimuni folgend27, die Elialegenden als Traumgesicht auf. Ein Traumgesicht schildern jedoch die Elialegenden nicht. Wie das Erscheinen der Götter und Musen bei Pythagoras von der grieduschen Sage und das Erscheinen der Propheten und Apostel bei den Heiligen von der christlichen Legende28, so wurde audi das Erscheinen des Propheten Elia bei den Frommen als wirkliches Geschehnis geschildert. Die Elialegenden sind subjektiv wahr; das Volk, das sie schuf oder zumindest erzählte, glaubte, daß Elia den Frommen wirklich erschienen sei. Kein origineller Denker, aber mit der Philosophie und ihren Problemen wohl vertraut, hat Abrabanel allen philosophischen Zweifeln widerstanden, wenn sie seine religiöse Überzeugung erschüttern wollten. Aus seinen Schriften und vor allem aus seinen Deutungen der Agada spricht nicht nur eine tiefe Verehrung für Maimonides, sondern auch ein starker und warmer Glaube. Von diesem Glauben erfüllt, ist Abrabanel gerade durch seine Schriften über die Messiaslehre und die nahende Erlösung seinen Brüdern ein Tröster in schwerer Zeit gewesen. Er ist ihnen aber auch ein Helfer geworden. Abrabanel, der vor 500 Jahren geboren wurde, hat in der Jugend die Schrift ״Ateret Sekenim, Schmuck der Alten66 verfaßt und in ihr philosophische Fragen besonders 25 Komment, zu Ab. 317 S. 106b, vgl. Guttmann 10 und Note 3. 2ß Komment, zu Gen 24 f. S. 21 col. 2; vgl. Guttmann 9. 27 Kobez II 42d. 28 Günter, Die christliche Legende 67. Lucius, Anfänge des Heiligen kults 378,