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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 3 · p. Seite 278

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 3
Article
Abrabanels Stellung zur Agada
Date
1937-01-01
Page
Seite 278 (sequence 9)
Language
German
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278 Juda Bergmann Audi die Legende vom Besuch. Josuas b. Levis im Paradiese kurz vor seinem Hinscheiden wurde von Abrabanel allegorisch gedeutet. Als das Ende des Frommen herangekommen war, habe der Todesengel den Auftrag erhalten, ihm zu erscheinen und nach seinem Willen zu tun. Nachdem Josua dem Todesengel das Messer abgenommen hatte, ließ er sich bis an das Paradies führen, damit er dort den für ihn bestimmten Platz sehe. Vor dem Paradies angelangt, sprang Josua hinüber, während er den Todesengel draußen ließ. Auf das Geheiß einer Himmelsstimme habe Josua b. Levi dem Todesengel das Messer dann zurückgegeben, weil die Mensehen dessen bedürften. Im Paradiese bahnte Elia hierauf dem Frommen den Weg, und Josua sah dort Simon b. Jochai auf dreizehn goldenen Thronen sitzen23. Auch diese Legende könnte nach Abrabanel nicht wörtlich auf gef aßt werden; sie wolle vielmehr erzählen, daß Josua b. Levi ohne Schmerz und gleichsam durch einen ״Kuß“ sterben sollte. Als darum der Fromme sein Ende herannahen fühlte, richtete er seine Seele ganz auf das Göttliche und sah, daß ihm ewiges Leben bestimmt sei. In jener Stunde schied von ihm seine Seele und ״sprang“ in das Paradies hinüber, wo sie Simon b. Jochai auf dreizehn goldenen Thronen sitzen23 sah, d. h. von den dreizehn Eigenschaften göttlicher Barmherzigkeit umgeben und durch die dreizehn Glaubenssätze vervollkommnet24. 6. In Abrabanels Stellung zur Agada ist mancher Widersprach. Die Harmonisierung der Agada mit der Philosophie hat er abgelehnt, aber die philosophisch-allegorische Deutung der Agada nicht auf gegeben. Er hat an dem Glauben festgehalten, daß in den Lehrern der Agada der Geist Gottes redete, und doch wieder erklärt, daß die Agada nicht wörtlich aufgefaßt werden dürfe, und manche Legende als Traumgesicht oder Dichtung hingestellt. Es fehlte Abrabanel in der Auffassung der Legende nicht an kritischem Sinn, und doch hat er wieder ganz unkritisch an die Wahrheit sagenhafter Erzählungen geglaubt. So hat er für wahr gehalten die Sage, Aristoteles habe infolge einer Unterredung mit Simon dem Gerechten seine philosophischen Ansichten aufgegeben, 23 Ketub. 77b. 24 Jeschuot 24b, 25a.

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