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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 3 · p. Seite 275

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 3
Article
Abrabanels Stellung zur Agada
Date
1937-01-01
Page
Seite 275 (sequence 6)
Language
German
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Abrabanels Stellung• zur Agada 275 4. Nicht nur agadische Aussprüche, sondern auch Legenden deutet Abrabanel allegorisch. In einer auch von christlichen Gelehrten bei den Disputationen genannten Legende wird folgendes erzählt: Einem Juden, der an der Pflugschar stand und dessen Kuh brüllte, rief ein Araber zu: Jude, löse dein Rind und deine Pflugsterze, denn der Tempel ist zerstört, Als die Kuh ein zweitesmal auf schrie, sprach der Araber: Jude, schirre dein Rind und binde deine Pflugsterze an, denn der Messias, Menachem b. Hiskia aus dem Königshause von Bethlehem, wurde soeben geboren. Hierauf verkaufte der Jude sein Ackergeschirr und wurde Händler mit leinenen Zeugen für Kinder. Yon Stadt zu Stadt wandernd, kam er nach Betlehem, wo von ihm alle Frauen außer der Mutter Menachems Zeuge kauften. Yon den Frauen auf gef ordert, auch für das Messiaskind etwas zu kaufen, erwiderte die Mutter: Ich möchte ihn erwürgen, weil er ein Feind Israels ist, denn am Tage seiner Geburt ist der Tempel zerstört worden. Der Jude aber sprach: Wir sind des festen Yertrauens, daß um seinetwillen der Tempel noch aufgebaut werden wird. Als die Mutter hierauf erklärte, daß sie kein Geld habe, um die Zeuge zu kaufen, bat der Jude, sie möge die Zeuge für ihr Kind nehmen; er werde nach einiger Zeit in ihr Haus kommen, um das Geld zu holen. Ais er nach einiger Zeit nach Betlehem kam und nach dem Messiaskinde fragte, erzählte ihm die Mutter: In der Stunde, in der du mich verlassen hattest, kamen Winde und Stürme und nahmen aus meiner Hand das Kind und trugen es fort16. Nach dem einfachen Wortsinne berichtet, wie Abrabanel meint17, diese Legende, daß ein Araber kraft seiner Wahrsage- oder Zauberkunst die Geburt des Messias prophezeit habe. Das Messiaskind sei jedoch von ״Geistern56 fortgetragen, in das Paradies gekommen, wo es weilen werde, bis die Zeit erfüllt ist. Allein diese ״wörtliche55 Auffassung erscheint Abrabanel ungenügend und unrichtig. Die Weisen haben vielmehr in Gleichnissen und Bildern gesprochen. So dürfte z. B. die Unterredung des Pinchas b. Jair mit dem Strome, der sich 17 Jeschuot 39a ff. 16 j. Ber. 5a, Echa r. zu 110. 18*

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