Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Abrabanels Stellung zur Agada
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 4)
- Language
- German
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Abrabanels Stellung־ zur Ag־ada 273 sind6. Nach dieser Erklärung bedeutet das Wort dasselbe wie der Ausspruch des Tanchuma b. Chijja, der Messias werde nicht eher kommen, als bis alle Seelen, die vom Beginn an zuni Erschaffenwerden bestimmt wurden, auch erschaffen sein werden7. In den ״Guf66 eintreten hieße demnach soviel wie in die Leiber der Menschen eintreten. Abrabanel hatte sich vorgenommen, die Agada ihrem Ursprang und Geiste entsprechend zu erklären. Allein er hatte zu tief in die Philosophie hineingeblickt, um sich von der allegorisch-philosophischen Deutung ganz befreien zu können. Darum schließt er an die einfache Deutung des Wortes von R. Assi sogleich die allegorische an. Der ״Guf66 weise auf die ״Welt“'hin, die Seelen im Guf aber seien ein Hinweis auf die ״Völker6' oder die ״vier Weltreiche64. Demnach wollte R. Assi aussprechen, der Messias werde nicht eher kommen, als bis die .Herrschaft der vier Weltreiche auf gehört haben werde8. Auch der Ausspruch des Chanina b. Chama, der Sohn Davids werde nicht eher kommen, als bis man einen Fisch für einen Kranken suchen werde, ohne ihn zu finden9, wurde von Abrabanel allegorisch gedeutet. Der Fisch sei entweder ein Hinweis auf Mizrajim oder auf die Menschen. Chanina b. Chama wollte nichts anderes zum Ausdruck bringen, als daß die messianische Erlösung in ihren Wundern der Erlösung von Mizrajim gleichen werde, bei der es heißt: ״Und sämtliche f ische im Nil starben66 Ex. 721, oder aber, daß der Ankunft des Messias Kämpfe von großer Heftigkeit vorangehen, in denen die Menschen, die ״wie die Fische des Meeres66 sind ׳Hab. 1X4, in großer Zahl untergehen werden10. Zuweilen liebt es die Agada, das Schicksal irgend eines wichtigen Gegenstandes zu schildern und dabei die Ereignisse verschiedener Zeitalter in phantastischen Kombinationen zu verbinden. So erzählt sie vom Schicksal eines Wunderstabes, den Gott in der Dämmerstunde des sechsten Schöpfungstages erschaffen und Adam übergeben hatte. Von Adam ging der 8 Jebam. 62a, vgi. Jeschuot 36b, 37a. 7 Gen. r. 24, Lev. r. 15; vg־l. Bacher ApA II 172 Note 5. 8 Jeschuot 36b, 37a. 9 Sanh. 98a. 10 Jeschuot 35a, b. Monatsschrift, 81. Jahrgang' 18