Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Staatsauffassung des Don Isaak Abrabanel
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Staatsauffassung des Don Isaak Abrabanel 265 aber das weitere Verhalten Samuels: weshalb hat er dem Drängen des Volkes nachgegeben, und was bewog ihn noch nach dem Versagen Sauls einen neuen König in der Person Davids zu wählen? Abr. merkt selbst, daß hier einer der schwächsten Punkte seiner Exegese liegt, und er ist daher bestrebt, mit einer ganzen Reihe von Argumenten seine Posiiion zu verteidigen. Er behauptet, Samuel gab dem Volke nach, weil die Tora kein deutliches Verbot, einen König einzusetzen, aussprach; sie hat vielmehr mit einer solchen Eventualität gerechnet; Samuel hat sich daher nur verpflichtet gefühlt, darauf zu achten, daß die von der Tora für diesen Fall aufgestellten Forderungen eingehalten werden23. Ferner wollte Samuel die Ansicht vom Volke fernhalten, daß Gott auf einen irdischen Machthaber ״eifersüchtig sei“24; er wollte ihnen vielmehr sagen, daß Gott immer der ״wahre König“ seines Volkes bleibe25. Samuel selbst sollte die Salbung des Königs vornehmen, damit das Volk nicht behaupten kann, er habe aus persönlichen Motiven die Wahl eines Königs abgelehnt. Aus dem gleichen Grunde salbte er David, nachdem Saul verworfen wurde26. Abr. verstand es wohl, seinen Standpunkt zu präzisieren, den Nachweis zu erbringen, daß die Monarchie nicht die von Gott gewollte Staatsform für Israel sei (abgesehen davon, daß sie an sich schädlich ist), vielmehr gegen die ursprüngliche Bestimmung Israels, daß nur Gott sein König sei, verstößt; es gelingt ihm aber nicht, die Schwierigkeiten zu meistern, welche der Ablauf der Ereignisse, wie sie im ersten Buche ,Samuel, geschildert werden, seiner Theorie bieten — Sch wie- 23 שאם היה שאלת המלך חטא מפורש י * היה התירו ממה שיקשה אבל אבי לא אמרתי כי אם שהיה דבר הרשות ועם היותו מפעל היצר הרע לא הזהירה התורה עליו " י ולכן, אחרי שעאלו אותו ונמשח לא חזרו ממנו והיה די להם שיקיימו מה שאמרה תורה לשום עליהם אשר יבחר ה׳ * als Stütze für diese Deutung führt er die Vorschrift über die יפת תאר (Dt. 21,10 ff.) an. 24 * * ♦ ושהקב׳ה לא יהיה מקנא במלכת לבל יהיו שני מלכים משתמשים בכתר אחד והוא כתר המלכות כי הם לפניו כשאר העם ״ * 25 * ״ ולפי שהם לא יחשבו שבהמלכות המלך האנושי יפרד מהם השגחת המלך האלקי יתברך אמר כי לו יטוש ה׳ אח עמו בעבור הגדול שמו ״ 26 * י לבל יאמרו הם שהנביא חרת אפו בשאלתם מלך מפני כבודו בבקשו השררה והכבוד 27 Sie berührt sich mit der Tradition darin, daß sie die Theokratie nicht für ursprünglich hält, ßubers Auffassung des Gideonspraches (Königtum Gottes) muß zu einer Revision der Anschauung von I Sam 8—12 führen.