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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 3 · p. Seite 264

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 3
Article
Die Staatsauffassung des Don Isaak Abrabanel
Date
1937-01-01
Page
Seite 264 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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264 Ephraim E. Urbach den Ausgangspunkt seiner Untersuchung bildeten, zurück. Stehen diese Stellen nicht im offenen Widerspruch zu seiner Ablehnung des Königtums und zu seiner Theorie der theokratischen Republik als zweckmäßigster Staatsform21? Hat doch die Tora (Dt 1715) das Gebot ausgesprochen שום תשים עליך מלך. Abr. geht dieser Schwierigkeit nicht aus dem Wege, er widmet ihr den dritten Teil seiner Untersuchung. Er versteht die erwähnten Worte der Tora nicht als kategorisches Gebot, sondern als Eventualvorschrift. Die Tora schreibt den Israeliten vor, wenn sie auf den Gedanken kommen sollten, einen König einzusetzen (ein Gedanke, der an sich verwerf״ lieh ist, darauf weisen nach A. die Worte ככל הגויים hin), daß sie sich einen König aus ihren eigenen Reihen zu wählen haben, der die im gleichen Abschnitte aufgezählten Gebote und Verbote zu beobachten hat22. Der wahre König ist Gott, ein irdischer Monarch ist seiner Einherrschaft, Erblichkeit und absoluten Macht wegen für jede Nation unerwünscht, um wieviel mehr für Israel, das einer besonderen Nähe Gottes teilhaftig wurde. Die Empörung Samuels über das Verhalten des Volkes und seine Worte ״ihr sprächt zu mir: Nein, nur ein König soll über uns herrschen, während doch euer Gott euer König is t“, erscheinen im Lichte der vertretenen Auffassung leicht verständlich. Ein anderes Bedenken liefert 21 Ich betone das Wort ״zweckmäßige“ und sage nicht ״die ideale Staatsform“; sie sieht Abr. in der Republik allein auch nicht. Er behandelt die gegebenen Staatsformen und wägt ihre Vorteile und' Nachteile ab. So sagt er (im Sämkmt.), daß auch in einer Republik, in der die leitenden Persönlichkeiten minderwertig sind, sie doch nicht soviel Unheil stiften können, wie ein schlechter autokratischer Herrscher. 22 •Hier berührt sich Abr. mit der Ansicht des Tanaiten R. Nehemia (Sanhedrin 20b, in unseren Ausgaben heißt es R. Nehorai, im Cod. München, wie bei Abr. vgl. Digduge Soferim z. St.) Er sagt!merkwürdiger Weise הנה כיוון החכם הזה לדעחי und nicht umgekehrt; vgl. auch H. Heinemann S. 116. Auch Josephus (Aiitiq. I 269 § 223 bei Aptowitzer S. 65) hielt die Vorschrift Dt 175 nur für hypothetisch. Abr. weiß, daß er im Gegensatz zur rezipierten und von den hal. Codices aufgenommenen Ansicht des R. Jehuda, die die Einsetzung des Königs als Pflicht ansieht (San. a. a. O. vgl. Maim. M. Th. Melachim I, 1), steht. Er ist bestrebt, seine Ansicht mit der des Maimonides in Einklang zu bringen: Vgl. Dtkmt.'296b: וכן כתב הרמב״ם במצוה הזאת ז״ל מצות עשה למנות מלך מישראל אכל לאי אמר למנות מלך סתם ״ ״ ♦

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