Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Staatsauffassung des Don Isaak Abrabanel
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Staatsauffassung des Don Isaak Abrabanel 259 einander7. Dieser unterscheidet den absoluten Monarchen vom konstitutionellen Herrscher. Das Gebot der Tora beziehe sich auf den letzteren. Israel solle sich einen König wählen, der sich dem göttlichen Gebote vollkommen unterordnet, es verlangte aber von Samuel einen Autokraten. Zuerst glaubte Abr. diese Ansicht verteidigen zu können8, sah aber dann, daß auch ihr gegenüber Bedenken bestehen. Der Ausspruch Gottes: ״nicht dich haben sie verworfen, mich haben sie verworfen . . .“ wie auch die strafenden Worte Samuels an das Volk (I Sam 1212) wenden sich allgemein gegen das Königtum; ferner sei nicht einzusehen, weshalb die Ältesten Israels unbedingt einen Tyrannen zum Herrscher suchten; und der oben erwähnte, gegen die anderen Erklärungsversuche gerichtete Einwand sei durch die Erklärung des Paulus nicht beseitigt. Am Schluß des kritischen Teiles seiner Darlegung meint Abr., daß die Ursache des Fehlschlagens aller Erklärungsversuche des Verhaltens Samuels in der falschen Voraus- Setzung liege, die Einsetzung eines Königs sei ein göttliches Gebot gewesen9. Dieser Ansicht ist er nicht. Abr. gewinnt so den Ausgangspunkt für die Untersuchung der Frage, ob das Königtum etwas absolut Notwendiges für die Existenz der Gesellschaft ist oder nicht. Die Bibel setzt diese Form nicht voraus, es kommt jetzt auf den logischen Beweis ihrer Zweckmäßigkeit oder Verwerflichkeit an. Abr. hat, wie wir sehen, mit der rein akademischen Fragestellung nach dem Idealstaat, in welchem der Einzelne 7 Es handelt sich um den Erzbischof Paulus de Santa Maria, der als. Jude den Namen Salomo ha Levi geführt hatte. Von ״Spott“, ״satirischer Schärfe“ öder dem ״Nachweis eines Mangels an philosophischen Kenntnissen“, die A. Biberfeld (JJLG II S. 195) in den Worten Abrahanels findet, ist nichts zu!merken. Abr. ist in seiner Kritik vornehm. Pablo nennt er החכם oder האגמון und‘ an seiner Erklärung findet er sogar etwas Schönes אבל בלי ספק הדעת הזה עם מה שבו מהיפוי הוא בלתי אמ/י dagegen fertigt er D. Qimchi, der mehrere Erklärungen vorbringt, ab mit den Worten: וכן עשה הרחיק לקבץ הדעות כלם בחשבם להמלט בזה מהספקות» 8 זה דעת האגמון בזה הדרוש והלצתי בעדו והבה בוכל לסייע עוד דעתו 9 ,* * יען וביען אחשוב שקרה כל הבלבול אשר זכרתי אל החכמים לפי שלא ירדו אל אמתת המצוד ושרשה כי הם קבלו שהיה מצות עשה לישראל שישאלו מלך ואין כן דעתי. 17*