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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 2 · p. Seite 217

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 2
Article
Das Schicksal eines Namens
Date
1937-01-01
Page
Seite 217 (sequence 8)
Language
German
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Das Schicksal eines Namens 217 Gut. Bereit steht der Hüter dieses Wohnsitzes und wird dich mit Gerstengraupen bewirten und Wasser in reichlicher Menge dir kredenzen und dich fragen: Nun, bist du gut aufgenommen worden19? Wenn auch nach, einem Worte Epikurs ״jedes Wertes Anfang und Wurzel die Lust des Bauches ist“, so ging doch das Begehren der Epikureer auf ein Freisein von Schmerz. Die ״Lust“ oder besser das ״Behagen“ der Epikureer war von der Selbstgenügsamkeit der Stoiker kaum verschieden. Die Feindschaft zwischen der ״Halle“ und dem ״Garten“ war, wie Eduard Schwär tz treffend bemerkt, eine Feindschaft von Brüdern20. Die beiden großen Schulen der hellenistischen Philosophie waren in den entscheidenden Punkten miteinander wesensverwandt. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden war, daß Epikur eine Freundschaftsreligion stiftete, die sich um das öffentliche Leben nicht kümmerte, Zenon aber darauf ausging, Menschen für den Staat zu erziehen. Trotzdem wurden Epikur schon zu Lebzeiten Schwelgerei und Völlerei nachgesagt, und der Name ״Epikureer“ wurde sehr bald in Verruf gebracht. Epikur hat gemeinsam mit seinem Schüler Metrodorus die anderen Philosophen nicht geschont und über sie so viele Schimpfwörter ausgegossen, daß beide, wie Plutarch Theon sagen läßt, deswegen schon verdienten, aus der Zahl der Philosophen gestrichen zu werden21. Man wird sich daher nicht wundern, daß auch Epikur und die Epikureer von ihren stoisehen Gegnern, aber auch von Anderen nicht geschont wurden, wie es das Wort von Horaz bezeugt: Epicuri de grege porcus. Ohne Zweifel ist es auch vorgekommen, daß die jüngeren Epikureer, die von ihrem Meister empfohlene und geübte Mäßigung im Genüsse nicht beobachteten, sondern Schwelgereien und Ausschweifungen sich ergaben und dazu beitrugen, daß die Sünden der Jünger an dem Meister geahndet wurden. In ihrer Gesamtheit jedoch waren die Epikureer keine Schwelger und Genußmenschen. Es gab nie zuvor eine solche Bescheidenheit der Wollust, sagte Nietzsche von Epikur. Trotz- . ׳׳־׳- 19 Diog\ Laert. X 10; Sen. ep. 21 r 10. 20 Eduard! Schwartz7 Charalcterköpfe III2 81 ff. 21 Plutarch, Non posse 2 p. 1086 F.

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