Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Schicksal eines Namens
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 7)
- Language
- German
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216 J. Bergmann erhebe", und von den Epikureern, daß man ihnen nachsagte, ״das Vergnügen sei ihnen der Maßstab für alles, das dem Menschen wünschenswert sei'6. Seneca warf ihnen vor, daß sie das Vergnügen höher stellten als die Tugend und nannte sie eine verzärtelte Menge, die bei ihrem Mahle philosophiere. Epiktet nannte Epikur einen Pornographen und die Epikureer ״stumpfsinnig und verblendet gegen die wahren Übel des Lebens"16. Die den Epikureern von ihren Gegnern nachgesagte Völlerei hat diesen Namen kaum verdient. ״Nur mit großer Vorsicht darf man die Klagen der Alten über den Luxus der Tafel aufnehmen. Das Nahrungsbedürfnis der Südländer ist so gering, ihre Mäßigkeit im Genuß von Speise und Trank so groß, daß ihnen sehr leicht als Völlerei erscheint, was uns als erlaubter Genuß gilt"17. Der gegen die Epikureer erhobene Vorwurf enthielt eine Übertreibung und war auch ungerecht. In seinen Briefen bekannte Epikur, daß er sich an bloßem Wasser und ein wenig Brot genügen lasse. Schicke mir, so schrieb er seinem Freunde, Topf käse, damit ich, wenn ich Lust habe, mir einmal etwas antun kann. In seinem Briefe an Menoikeus erklärte er: ״Wenn wir nun sagen, daß die Lust das Lebensziel sei, so meinen wir nicht die Lüste der Schlemmer, wie manche aus Unkenntnis und nicht in Übereinstimmung mit uns oder auch aus Böswilligkeit meinen, sondern einerseits die Schmerzlosigkeit des Leibes, andererseits den Frieden der Seele. Der ״Lehrer der Wollust" sagte von sich selbst, daß er sich an bloßem Wasser und ein wenig Brot genügen lasse; ja, er versuchte, das geringste Maß der zur Fristung des Lebens erforderlichen Nahrung zu ermitteln, um sich darauf zu beschränken18. Wie die Schule des Zenon, des Begründers der Stoa, die ״Halle" hieß, so die des Epikur der ״Garten". In den ״Garten" kamen Freunde und lebten mit Epikur bei einfacher und frugaler Kost zusammen. An diesem ״Garten" stand die Inschrift: Gast, hier ist gut sein, hier ist die Lust das höchste 10 Cic. in Pison. 28; Sen. ep. 90, 35, de benef. IV 2; Diog. Laert. X 6; Epict. II 20, 37. 17 Friedländer II10 285. 18 Diog־. Laert. X 11. 131; Sen. ep. 8, 9. 25, 4; vgl. Friedländer II10 285.