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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 2 · p. Seite 214

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 2
Article
Das Schicksal eines Namens
Date
1937-01-01
Page
Seite 214 (sequence 5)
Language
German
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214 J. Bergmann dienst wurde ferner von seinen Verehrern gepriesen, daß er die Menschen von dem Glauben an die Vorsehung und von der Furcht vor den Göttern befreit habe, während Stoiker, wie Epiktet, an den Epikureern tadelten, daß sie durch die Leugnung der Vorsehung aus der Seele der Jugend alle Keime des Edlen ausrotteten11. Es war daher nicht unzutreffend, wenn Maimonides zu den Epikureern zählte, wer die Prophetie leugnete und behauptete, daß Gott die Taten der Mensehen nicht kenne12, oder wenn Abraham Zakuto von Epikur berichtete, er habe weder an die Unsterblichkeit der Seele noch an das Walten der Vorsehung geglaubt. Wenn aber auch Epikur die Furcht vor den Göttern und den Glauben an die Vorsehung ablehnte, so war er doch kein Atheist. Erstens, so schrieb er an Menoikeus, halte er die Gottheit für ein unvergängliches und seliges Wesen, denn es gibt Götter. Sie wohnen in den Zwischenräumen der Welten, unbekümmert um die Vorgänge in den Welten, ohne Arbeit und Tätigkeit, ganz dem Genuß ihres eigenen Daseins hingegeben. Nach Epikurs Meinung beweise die allgemeine Verbreitung des Götterglaubens, daß Götter sind, denen die Menschen Verehrung schulden, die sie aber nicht fürchten sollen13. Ein Atheist war demnach Epikur nicht. Das Wort vom Atheismus Epikurs haben zuerst die Stoiker ausgesprochen, wohl veranlaßt durch Epikurs ablehnende Stellung zum Vorsehungsglauben und zur Furcht vor den Göttern. So hat Poseidonios behauptet, Epikur glaube an keine Götter. Cicero ließ Aureliüs Cotta folgendes aussagen: ״Ich weiß, daß nach Maneher Meinung Epikur die Götter nur in den Worten beibehalten, in der Sache aber beseitigt hat.“ Und ein anderes Mal: Epikur ״wagt es nicht, die Götter zu leugnen, damit er nicht Haß und Verfolgung gegen sich errege“. Die Behauptung vom Atheismus der Epikureer kehrt auch bei Plutarch wieder. ״Nichts in der Welt“, so urteilt in einer Schrift Plutarchs 11 Liieret, de nat. rer. I 62 ff.; Epict. diss. II 20, 34. 12 Daß Epikur das Walten der Vorsehung leugnete, berichtet auch Schahrastäni, Religionsparteien und Philosophenschulen, übers, von Haar״ brücker II 159. 13 Diog. Laert. X 123, vgl. Pauly״Wissowa׳ RE XI 151.

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