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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 2 · p. Seite 213

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 2
Article
Das Schicksal eines Namens
Date
1937-01-01
Page
Seite 213 (sequence 4)
Language
German
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Das Schicksal eines Namens 213 Yerona nannte einen Epikureer jeden, der über die Wundererzählungen des Talmud spotte. Dagegen beweisen die Urteile der Anderen, daß ihnen die Lehre Epikurs nicht fremd war. So kennt Jehuda halewi die Ansicht des Griechen Epikur, daß die Welt durch Zufall gebildet sei. Maimonides unterschied drei Arten von Epikureern: wer die Möglichkeit einer göttlichen Offenbarung an die Propheten leugnet, wer an die Prophetie des Mose nicht glaubt und wer behauptet, daß Gott die Taten der Menschen nicht kenne. Simon Duran meinte, Epikuros sei ein Grieche gewesen, der behauptet habe, es gebe keinen Gott; ״unsere Weisen aber haben so jeden genannt, der seine Religion verleugnet“. Isaak Arama, der auf die Epikureer das Prophetenwort anwandte: Verleugnet haben sie den Ewigen und gesprochen ״Er ist nicht“ Jer 512, erklärte, die Epikureer leugneten das Dasein Gottes und lehrten vollendete Gottlosigkeit. Nach der Meinung des Abraham Zakuto aber sei Epikur ein Schüler des Sokrates gewesen und habe gelehrt, daß die göttliche Vorsehung sich nicht auf die niedrigen Wesen erstrecke und daß die Seele zusammen mit dem Körper sterbe und vergehe9. Das im jüdischen Schrifttum des Mittelalters über die Epikureer Ausgesagte bezog sich nur auf das Religiöse, niemals aber auf das Sittliche in der Lehre und im Leben Epikurs und war fast in allen Punkten zutreffend. So hat Epikur in der Tat den Volksglauben, die Gebete und Religionsübungen abgelehnt. Es war somit keine Verkennung, wenn die Lehrer des Judentums einem Verächter der Religion den Namen ״Epikureer“ beilegten. Epikur lehnte auch das Orakelwesen ab10 und lehrte, daß die Seele beim Tode in Atome sich auf löse; er wurde nicht müde, jede Art von Divination und Prophezeiung, wie auch alle Vorstellungen von der Unterweit und von einem Gericht über die Seelen als törichten Aberglauben zu bekämpfen. Als Epikurs unsterbliches Ver- 9 Saadia Zion II 137; Abarbanel, Nachlat Abot zu Ab. 2, 14? Hillel von Verona, Tagmule ha״nefes, Lyck 1874, 26? Kusari 5, 8? Maim. H. Tesch. 3, 8? Duran, Magen Abot, Livorno 1762, 32b? Arama, Chasut Kascha 7? Zakuto, Juchasin ed. Filipowski 240. 10 Diog. Laert. X 135.

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