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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 2 · p. Seite 207

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 2
Article
Die spanisch-jüdische Bilderbibel um 1400
Date
1937-01-01
Page
Seite 207 (sequence 15)
Language
German
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Eine spanisch-jüdische Bilderbibel um 1400 207 unserer Handschrift im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts, spätestens etwa um 1415, in Barcelona annehmen. War doch die dortige Judenschaft alteingesessen (die Gemeinde bestand seit dem 9. Jahrhundert), kulturell hochstehend und begütert, obwohl durch wiederholt damals auch in Katalonien auftretende Verfolgungen (die heftigsten 1391) schon stark zusammengeschmolzen und nicht mehr so einflußreich, wie in der Zeit Pedros III. und Pedros IV. (Mitte des 14. Jahrhunderts). Damals werden die katalanischen und aragonesischen Juden ״coffres y tesoro del rey“ genannt, sie bekleiden hohe Finanzämter als ״bajuli“, ״repositarii“s ״al-faquini“, ״dispensatores“ des Königs und der Königin16. Damals ist Barcelona neben Mallorca eine Hauptstätte der jüdischen Kultur und wird von den Spaniolen ״die Stadt, deren Luft weise macht“, benannt17. Zur Zeit Pedros IV. entstand 1348 in Barcelona die prunkvolle Handschrift des More Nebuchim des Maimonides (heute in der Königl. Bibliothek in Kopenhagen: Cod. or. XXXIII). Barcelonesischen Ursprungs ist wohl auch die etwa ein Menschenalter später entstandene Haggadah-Kaufmann (heute in Budapest), in der sich schon italienische und französische Einflüsse kreuzen. Allgemein bekannt ist die Tatsache, daß auf den Balearen im 14. und 15. Jahrhundert hochangesehene jüdische Kartographen Landkarten (mappamundi) und nautische Seekarten (portolanos, catalanos) herstellten und mit verschiedenen, nur lose mit dem geographischen Zweck der Karten zusammenhängenden Miniaturen prächtig ausstatteten18. Nichts verhindert also die Annahme, daß es jüdische Miniaturmaler waren, die die Kairuaner Bibel, am Anfang $es 15. Jahrhunderts, mit einer langen Reihe von Bildern ausmalten. Denn daß es jüdische Künstler waren, das bezeugt 10 Fritz Baer, Studien zur Geschichte der Juden in Aragonien im XIII. und XIV. Jhdt. Berlin 1913, passim, 17 Baer S. 136—137. 18 Darüber Bordona, Spanische Buchmalerei, S. 15; R. Wischniizer, Une Bible enluminee par Joseph ibn Hayjim. Revue des Etudes juives 1921, p. 162, Ch. de la Ronciere, La decou verte de TAfrique. 1925. Derselbe: Une nouvelle carte de l'ecole cartographique des juifs de Majorque. Bull, de geogr. du Comite des Travaux historiques. Paris 1932, S. 113—118.

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