Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die spanisch-jüdische Bilderbibel um 1400
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 13)
- Language
- German
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Eine spanisch״jüdische Bilderbibel um 1400 205 hunderts, bis etwa zu dem im Jahre 1410 erfolgten Tode König Martin I., des letzten aus der Dynastie der Grafen von Barcelona, zugleich den Einflüssen Sienas, Bolognas und Südfrankreichs, besonders Avignons. Die französische Einwirkung ist leicht erklärlich aus dem regen Verkehr mit dem nahen päpstliehen Avignon und der Zugehörigkeit Perpignans zur aragonischen Krone. Mit Italien verbanden die Balearen und Katalonien lebhafte Handelsbeziehungen. Auch sind viele ausländische Künstler in dieser Zeit in Barcelona, der reichen Hafenstadt, ansässig, vor allem Italiener und Franzosen10. Und so wird das Auftreten vieler heterogener Bestandteile, bald gotisdi - französischer, konservativer, bald italienisch - fortschriftlicher, im Rahmen einer Handschrift verständlich. Übrigens dürfte vieles — so auch die ungleiche Qualität der Bilder — der Zusammenarbeit des Hauptmeisters, der die wertvollsten abgebildeten Miniaturen der italianisierenden Riehtung schuf, mit seinen weniger begabten Gehilfen zugeschrieben werden. Die in vielen Abschriften erhaltenen Usatges de Barcelona, d. i. Katalanische Gesetze und Gebräuche, aus der Regierungszeit der letzten Herrscher der Dynastie von Barcelona, Juan II. (1387—95) und Martin I. (1395—1410), liefern eine gute Grundlage zum Vergleich mit der Kairuaner Bibel* 11. Die engste Verwandtschaft verbindet aber unsere Bibel mit dem Schmuck der für den Barcelonenser Adeligen Ramon Cavall geschriebenen Handschrift des Crestiä von Fr. Eximenis, heute in der Nationalbibliothek zu Madrid12, die schon 1417 von der Witwe des Cavall, Ines13, dem Jeronimitenkloster von 10 Mayer a. O. S. 225 sq. führt eine ganze Reihe von Namen an. 11 Um nur einige zu nennen: das sogen. Libro verde, Barcelona, Archivio Municipal, 1335 begonnen, erweitert 1370 und bis ins frühe XV. Jahrhundert mit Miniaturen geschmückt; cf. Mayer A. L., Gotik in Spanien 1925, S. 225, Abb. 119; weiter das sogen. Codex Ferrer, Privilegios de Barcelona, Barcelona, Archivio municipal, Bordona Manuscritos con pinturas No51 .׳; endlich El libro del Consulado de Mar, Valencia, Ayunta״ miento, das Buch der Seehandelskammer, der Lonja, ausgemalt 1409 von Domingo Crespi. cf. A. L. Mayer, Gotik in Spanien S. 230—231, Abb. 120. 12 Ms. 1792, abgebildet bei Bordona, Spanische Buchmalerei, Bd. 11, Tafel 137. 13 Bordona, Manuscritos con pinturas Tomo 1, S. 265—266.