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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 2 · p. Seite 199

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 2
Article
Die spanisch-jüdische Bilderbibel um 1400
Date
1937-01-01
Page
Seite 199 (sequence 7)
Language
German
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Eine spanisch-jüdische Bilderbibel um 1400 199 manche Unbeholfenheit und Nachlässigkeit der technischen Ausführung der Bilder verzeihend hinwegzusehen. Die Ikonographie der Bilder. Was die Bilder wähl und ikonographischen Schemata der restlichen Szenen anbelangt, so sollen folgende Merkmale betont werden: eine enge Anlehnung in der Illustration des Exodus an den historischen Zyklus der spanischen Haggaden; dagegen in den oben breiter beschriebenen Szenen manche ganz originellen Züge im Aufbau, die eigenste Erfindung des Malers zu sein scheinen; andererseits die bei einem spanischjüdischen Künstler natürliche liberale Gesinnung, die sich in Reminiszenzen aus der christlichen Bibelillustration äußert. Die Anlehnung an die spanischen Haggaden äußert sich in der sehr breiten, mit behaglicher Weitschweifigkeit geführten Erzählung der Vorgänge aus Exodus; nur Moses5 Jugend ist übergangen. Nicht weniger als 20 Bilder, also beinahe die Hälfte des Ganzen, beziehen sich auf die ägyptischen Plagen, die Wunder Mosis, den Auszug aus Ägypten, den Durchzug durch das Rote Meer. Dabei sind manche Szenen in der — auch von der Haggadah in Sarajewo und der angeblich italienischen, aber in der Wirklichkeit nordostspanischen, mit dem aragonesischen Wappen geschmückten Haggadah-Kaufmann — aus dem Ende des 14. Jahrhunderts bekannten Fassung dargestellt. So Miriams Siegesgesang (Ex 1520) und der Reigen ihrer Gefährtinnen, wobei sich in der Budapester Haggadah sogar das die tanzenden Jungfrauen anstaunende Kind wiederholt2). Die Entlehnungen aus christlichem Bilderkreis sind nicht zahlreich, aber sehr charakteristisch. So scheint die Gruppe der Auswanderer aus Ägypten, die reitende Frau mit dem Kinde und der Mann mit dem an die Schulter gelehnten Stock der typischen ״Flucht nach Ägypten“ eines christlichen Gebetbuches nachgebildet zu sein. Die zweite Spur taucht auf der Miniatur auf, die die Überführung der Gebeine Josephs 2 Müller~Schlosser״Kauf mann, Die Haggadah von Sarajewo,.Wien 1898, Tafel mit der Reproduktion des fol. 28 der Haggadah. von Sarajewo und Tafel XXXI im Text, auch in der Haggadah des British Museum Or. Ms. 2737.

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