Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 2 · p. Seite 194

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 2
Article
Die spanisch-jüdische Bilderbibel um 1400
Date
1937-01-01
Page
Seite 194 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2830023-2830026-2840590--54655-2840618
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

194 Zofja Ameisenowa übergesiedelt sei. Nun mußte ich. wieder an den hilfbereiten Dr. Meyerhof appellieren, auch diesmal nicht erfolglos. Doch war die Nachricht, die ich Ostern 1936 erhielt, derart verbluffend, daß ich mir nicht versagen kann, sie wörtlich wiederzugeben. Sie lautete: ״Zwei Tage nach meiner Rückkehr . . . traf ich zufällig Frau M. in einer Teegesellschaft. Sie ist nach zweijähriger Abwesenheit von Paris zurück, nicht für lange Zeit und weiß gar nicht, wo sie die Bibel hat. Ich habe sie auf den unschätzbaren Wert . . . und die Gefahren des warmen Klimas für alte Bücher auf merksam gemacht. Schreiben Sie ihr aber auch noch einmal. Yielleicht macht das mehr Eindruck.64 — Ich habe geschrieben. Mehrmals, eingeschrieben — es hat aber keinen Eindruck gemacht. Frau M. weiß eben nicht, wo sie die Handschrift hat, auch nicht, ob sie sie noch hat. Und damit ist eine der wertvollsten illuminierten hebräischen Bibeln verschollen. Hoffen wir, daß sie doch, eines Tages auftauchen wird. Um wenigstens ein Andenken an die Cimelie zu bewahren, will ich ohne Zögern die interessantesten Bilder reproduzieren und die Dekoration der Bibel vom kunstwissenschaftlichen Standpunkte aus beleuchten. Auch soll diese Arbeit als Steckbrief dienen: sollte die Handschrift doch einmal zum Yorschein kommen, so wird man sie leichter identifizieren können. Die Handschrift und die Bilder. Es ist eine Pergamentbibel in Kleinfolioformat (260 mal 220 mm), beschrieben in zwei Kolumnen, und zwar ziemlich nachlässig, mit der spanisch-rabbinischen Schrift, mit später zugefügten Akzenten und Vokalisation. Die Bücher der Heiligen Schrift sind folgendermaßen geordnet: Thora, Propheten (wie üblich), Psalmen, Sprüche, Hiob, Kohelet, Esther, Hohes Lied, Klagelieder, Ruth, Daniel, Esra — Nehemia, Chronik. Es fehlt freilich der Gen 1—3913. Der Text wurde nachträglich korrigiert und auch (falsch) 4520, d. i. 760 n. Chr., datiert, was ־־־־ wie Gottheil a. O. angibt — an dunklerer Tinte ersichtlich ist. Schon Gottheil beanspruchte für die Handschrift auf Grund der pädagogischen Merk-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.