Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 2 · p. 193

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 2
Article
Die spanisch-jüdische Bilderbibel um 1400
Date
1937-01-01
Page
193 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2830023-2830026-2840590--54654-2840617
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Eine spanisch-jüdische Bilderbibel um 1400. Yon Zofja Ameisenowa. Yor etwa zehn Jahren stieß ich auf den aufschlußreichen Artikel des jüngst verstorbenen Prof. R. Gottheil über die Plandschriftenschätze in den Synagogen des nahen Ostens1. Unter vielen dort erwähnten Handschriften erweckte die verstümmelte, aber verschwenderisch mit Bildern geschmückte Bibel (Gottheil N. 7, S. 621) mein regstes Interesse. Die Bibel sollte in der Synagoge der ägyptischen Juden in Kairo aufbewahrt sein. Nach langwierigem Hin- und Herschreiben erfuhr ich aber, daß sie sich seit 1928 nicht mehr an dem von Gottheil angegebenen Orte befand. Vergeblich setzte ich alle Hebel in Bewegung, um herauszubekommen, wohin sie gelangt war. Endlich brachte mir der jetzige Kustos am Rockefeller-Museum in Jerusalem, Dr. Immanuel Ben Dor, die Nachricht, die Handschrift sei von einem Notablen der Kairnaner Gemeinde sozusagen beschlagnahmt. Aber den Namen des beatus tenens konnte er mir trotz eifriger Nachforsdiungen an Ort und Stelle nicht mitteilen. Da meine Wifibegier aufs höchste gespannt war, wandte ich mich 1933 an den unbesoldeten Botschafter der europäischen Wissenschaft in Kairo, den ausgezeichneten Ophthalmologen und gelehrten Orientalisten Dr. Max Meyerhof, um Rat und Hilfe. Und nicht umsonst. Dr. Meyerhof teilte mir nicht nur den Namen des Hüters der Handschrift mit, der zufällig sein Patient war; er bewirkte auch, daß mir das gesamte Bildmaterial zur Verfügung gestellt wurde. Es soll ihm hier mein wärmster Dank ausgesprochen werden. Jetzt hatte ich das Wichtigste in den Händen, ich konnte Vergleichsmaterial sammeln und hoffte eines Tages das Original in den Händen zu halten, da ich doch den Aufbewahrungsort kannte. Es sollte aber anders kommen. Im Sommer 1935 erfuhr ich durch Zufall von einer Kairuaner Dame, daß Herr M., in dessen Händen sich die Bibel befand, kinderlos verstorben und daß die Witwe nach Frankreich 1 Richard Gottheil, Some hebrew mamiscripts in Cairo. JQR1905 ׳, 17 vol. S. 609—655. Monatsschrift, 81. Jahrgang 13

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.