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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 6 · p. Seite 488

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 6
Article
Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
Date
1936-01-01
Page
Seite 488 (sequence 21)
Language
German
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488 B. Heller von den Lebensjahren der Tiere zugel egt bekommt und deswegen nach dem 40. Jahre seine Stimme der eines Pferdes oder Esels gleicht. Drujanow ver״ weist mit Recht auf das 176. Märchen der Brüder Grimm, Die Lebenszeit. Bolte-Polivka führt auch Midrasch Koheleth an. Diese Aggada von den Lebensaltern des Menschen wird Koh. R. ad I, 2 dem' Tannaiten Juda bar Simon zugeschrieben, doch Koh. Zutta ed. Buber S. 84 auch dem Amoräer Josua ben Levi. — Zu Nr. 719. Zwei Juden übernachten zusammen. Das Licht brennt und läßt sie nicht schlafen. Endlich klagt der eine, ich bin zu faul, es zu löschen; worauf der andere, ich bin zu faul, es sogar zu sagen. — Drujanow merkt hier nichts an, Olsvanger (S. VII) weist auf die Gesta Romanorum hin. — Das Motiv vom Wettstreit der Faulen hat ׳auch Pauli, Schimpf und Ernst Nr. 261, (dazu die Anmerkungen Boltes), von da in KHM 151. S. Heller, Faulheitsproben im HWB des deutschen Märchens II, 70. — Zu 1023. Drujanow meint, Hans Sachs hätte die Anekdote von den Lappenhäuser Bauern, die die Baumstämme auf den Berg schleppen, um sie hinunterrutschen zu lassen, den Juden entlehnt. Doch die Chelmer Anekdote ist viel jünger als Hans Sachs, der sonst wohl manches Jüdische entlehnt hat. — Zu Nr. 1061. Einer aus Chelm wird irre, ob er er ist, Drujanow bringt treffliche Parellelen. Hinzuzufügen noch der urkomische Sosias in der Amphitryon״Komödie von Plautus, Moliere, Kleist. — Zu Nr. 1418 (Ro~ sinkess 251, 312). Ein getaufter Jude ißt am Freitag Gansfleisch. Sein Pfarrer stellt ihn zur Rede. Er entschuldigt sich; auf ihn hat der Pfarrer Wasser gesprengt: du warst Jude, du bist Christ, so habe auch er die Gans in einen Fisch verwandelt. — Drujanow verweist auf Poggios Facetiae. Es ist dies aber ein alter Kirchenschwank, Fiat piscis. S. György, A magyar anekdöta. Budapest 1934, S. 123. — Zu 1488. Die geistvolle Aggada, wie Korach das Volk gegen das Priestertum auf wiegelt, findet sich im Midrasch Schocher tob zum ersten Psalm ed. Buber 7b. — Zu Nr, 1851. Ein Jude steckt einen Bissen Schweinefleisch in den Mund, in dem Augenblick kracht der Donner. Der Jude fährt auf: wegen eines Stückes kleiner als eine Olive erschütterst du die Welt.— Es ist dies die Judäisierung des bekannten Tant de bruit pour une omelette au lardl So viel Lärm um einen Eierkuchen mit Speele, zugeschrieben dem französischen Schriftsteller Desbarreaux (XVII. Jhdt.). Als er an einem Freitag Omelette mit Speck •aufgetragen bekommt, kracht der Donner, er wirft die verpönte Speise zum Fenster hinaus mit dem Ausruf: Tant de bruit. — Zu 1885. Einem Neidischen wird ein Wunsch freigestellt mit der Bedingung, daß sein Nachbar das Doppelte erhält von dem, was ihm gewährt worden. Der Neidische läßt sich ein Aug ausstechen. — Drujanow verweist mit Recht auf Paulis Schimpf und Ernst Nr. 647. Hervorzuheben, daß Berechja hanakdans Fabeln diesen Stoff zweimal (Nr. 67 und 107) behandeln. — Nr. 2032 bietet eine recht entstellte Fassung des Schwankes vom Kaiser und Abt. Das echte deutsche Volksmärchen ist ganz ins Maassebuch (227) eingedrungen. — Zu Nr. 2038. Drujanow gibt die Parabel vom echten Ring nach Ibn Vergas שבט יהודה ohne jede Bemerkung. Von der reichen Literatur sei zumindest angeführt: Gaston Paris, La Para־»־ hole des trois anneaux RE XI, 1. Wiener, Das •Märchen von den drei

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