Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 487 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2830015-2830022-2840478--54380-2840550- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Neueres Schrifttum zur jüd. Sagen.- u. Stoffgeschichte 487 Rabbiner von Komorn, berichtet in seinen Jiid. Kulturbildern Witziges über R. Lipmann Stein (393). Zu Wort kommt auch Kantor Friedmann aus Budapest (528, 529). Heimgeleuchtet wird dem Arader Rabbiner Aron Chorin (von dem L. Zunz die Hattorah hatte): ein Jude steht im Rechtsstreit mit Gott; er wendet sich nicht an seinen eigenen Rabbiner, der für Gott voreingenommen sein konnte, sondern an Chorin, da dieser Gott nicht fürchtet (429, ähnlich Rosinkess 232). III. Proben. Sozialisten fordern den R. Eliezer Rabinowitz zur Mitarbeit auf. Er ist bereit, die eine Hälfte der Arbeit zu übernehmen: die Sozialisten sollen die Reichen bewegen, zu geben; er werde die Armen. überreden, anzunehmen (261). Von einem Geizhals wird ein Beitrag zur Errichtung einer Friedhofs« mäuer gebeten. Er lehnt ab; Wozu dem Friedhof eine Mauer? Die drinnen, wollen nicht hinaus, die draußen wollen nicht hinein (325). Als Ijjob auch alles genommen wurde, blieb ihm. sein Weib; Gott sah voraus, er werde ihm alles doppelt ersetzen und schonte ihn (1546). Schamril Schnitkover wird, nicht ohne Grund, angeklagt, er habe soeben, am Mittag des Versöhnungstages, das Kapporehuhn gegessen. Um die Anklage zu widerlegen, schluckt er sofort ein Stück Käse: er würde doch nach Fleisch nicht Milchiges nehmen (1746). Woher ist es klar, daß Adam Jude war? Daraus, daß ihm die Aufenthaltsbewilligung entzogen wurde (1935). IV. Stoffgeschichtliches. Der Wert der Dujanowschen Sammlung wird durch Fußnoten und Anmerkungen bedeutsam erhöht. In den Fußnoten werden die angeführten Bibel-, Talmud-, Midraschstellen mit wunderbarer Gelehrsamkeit nachgewiesen. Die Anmerkungen am Schluß sind dem St off geschichtlichen gewidmet. Drujanow bewährt sich hier als vielbelesener, urteilsbefugter Forscher der vergleichenden Quellen- und Stoffkunde. Jüdische Gelehrsamkeit, europäische Bildung, Kenntnis auch des russischen Schrifttums verleihen seinen sachlichen־ Untersuchungen Reiz und Wert. Derartige Ausführungen können natürlich niemals den Stoff erschöpfen. Hier einige Ergänzungen. Zu Nr. 470 (Rosinkess 212, 254). Einem Prediger laufen die Zuhörer davon, der Tempeldiener übergibt ihm den Schlüssel, er möge die Synagoge schließen. Drujanow führt eine ähnliche Anekdote über einen Sänger der Wiener Volksoper an und wagt nicht zu entscheiden, ob der Opernportier oder der Synagogendiener den Einfall entlehnt hat. Es ist eine alte Anekdote, aufgezeichnet bereits im Dictionnaire d’anecdotes Paris 1767 und in dessen deutscher Übersetzung: Anekdoten Leipzig 1767, II 119 von einem Priester, der seine Predigt in 32. Teile* gliedert (György, Könyi Jänos Demo« critusa Budapest 1932, S. 140). — Zu 517. Kantorenanekdote, wie der Kantor