Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 486 (sequence 19)
- Language
- German
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486 B. Heller Wenn z. B. Olsvanger die ״majsse mit an ek“ in einem ״schtetel“ spielen läßt, versetzt sie Drujanow nach dem ostjüdischen Schilda Chelm. — Olsvanger (304) erzählt von einer ״Stadt"*, wo die Gemeindemitglieder beschließen, ihrem Rabbiner ein Faß mit Wein zu! füllen, — und das Faß ist voll Wasser. Bei Drujanow wird der Vorgang angeschmückt und nach Nyitra in Ungarn versetzt, einer Stadt, deren übler Leumund auch in den Stücken 13381340—־ beurkundet wird. Die Reformsynagoge in Frankfurt muß sich den Spott gefallen lassen, daß dort die Löwen an der Bundeslade die Einzigen sind, die die zehn Gebote halten (Nr. 1868). Vorzüglich aber läßt D. sich die Frage nach Gewährsmann und Ur״ heber angelegen sein. Olsvanger erzählt die Anekdote der angeredeten alten Fische von einem Jeschiwabocher (46), D. von 780) כלב לץ). Bei Olsv. ist es ״ein Jud“, der weint, daß man um einer: winzigen Portion Fleisch willen einen großen Ochsen geschlachtet hat (Pomeranzen S. 31), bei D. weint der Spaßmacher Efraim Greidinger. Seit Jahrzehnten widmet sich D. der Erforschung der jüdischen Anekdote. Mehr, als 120 Gewährsmänner leisten ihm Hilfe. Er befragt sie auch über die Urheber. Als solche be־ gegnen uns berufsmäßige Witzbolde wie Motke Chabad, Schamril Schnitt kover, Herschel Ostropoler, Efrajim Greidinger, Kolew Lee, Eisei Charef, Eisik Meir Dick und sein Sohn Gabriel. Dick hat auch die Einfälle von Mojsche Jaug gesammelt, unter dem Titel זכרו תורת משה* doch die Ange״ hörigen Jaugs kauften die Sammlung und verbrannten sie. Aber auch die Großen, selbst die Größten der Vorzeit und der Gegen« wart verschmähten den Witz nicht. So der 522) ש~ך), der 1243) סורי. זהב), der Gaon Elijahu von Wilna (369), Jechezkiel Landau (442, 674); Jonathan Eyben״ schütz werden feine Bemerkungen zugeschrieben (1819); zu Weihnachten folgen Christen dem jüdischen Brauch und nehmen die Festmahlzeit am Vorabend, weil ein Jude im Spiel! ist; am Purim folgen Juden dem nicht״ jüdischen Brauch und nehmen die Mahlzeit erst am Abend nach dem Fest, weil ein Nichtjude im Spiele ist (2019). Üppiger Anekdotenkranz flicht sich um das Andenken des Dubnower Maggid, R. Jakob Kranz. Andererseits erscheinen als Urheber oder Helden der Anekdote: Moses Mendelssohn (159, 835, 2003), S. I. Rapoport (1426), L. Zunz (doch wird ihm das Buchstabenspiel von דפוס mit ספוד» von Druck mit 586) רקוד) streitig ge״ macht), S. R. Hirsch1 (459), Steinthal (1434), der Malbim (572), eine Reihe Neuerer: Mendele Möjeher Sforim (588), Chwolson (1427) ועבשו שנוצרתי כאילו לא נוצרתי, Jeh. L. Gordon (1442, 1891), Baron Ginzburg mit Ignatief (1937), Saphir mit Meyerbeer (2065), Marschall mit Pader.ewski (1984), Shaw mit der Duncan (1702), Chaplin (1987), Bialik (1587 מדפים — מפסיד).... Gewiß wird mancher hier Landsleuten, Bekannten begegnen. So er־״ ging es mir, dem Ungarn. Von der Stadt Neutra war schon die Rede. Auch Budapest fährt nicht gut, bei der Begründung, warum der Brauch ab־ geschafft wurde, daß der Bräutigam den Trau״Becher zerbricht (1800). Hin״ gegen kommt die kleine Gemeinde Rajecz in meiner Heimat durch ihren Rajeczer Maggid zu Ehren (330, 331), 454, 455, 469, 1729). Armin Schnitzer,