Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2830015-2830022-2840478--54375-2840545- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
482 B. Heller denen man ihm weih machen will, es seien Gänse. S. jetzt Gaster״Heller, MGWJ1933 LXXVII, 434f.) — Nr; 116. Zwei Taube, s. Antti Aarne, Schwänke über schwerhörige Menschen FFC 20, 21. —ל Nr. 118. Ein Jude betet, Gott möge ihn 1000 Rubel finden lassen, weniger nehme er nicht. Ein vorübergehender Nichtjude gönnt sich den Spaß, 999 Rubel dem Juden vor die Füße zu werfen. Der Jude nimmt sie, vorschützend, es sei ihm ein״ gefallen, er habe zu Hause den Tausendsten. Auf islamischem Gebiet ist es ein Jude, der vom Hodscha Nasreddin um 999 Goldstücke, um Maultier und Pelz geprellt wird. (Bolte-Polivka I, 651, Wesselski, Nasreddin Nr. 54.) — Nr. 133. Des Schneiders Fahne im Jenseits. Dem Schneider trägt man im Jenseits eine Fahne entgegen, die aus den Tuchlappen zusammengestellt ist, die er unredlich behalten, — seit dem XYI. Jhdt. allgemein verbreitet, s. Wesselski, Nasreddin, Nr. 190. — Nr. 157. Was der Prophet Elijahu vermag. — Zwei Brüder, einer fromm und arm, der andere reich und miß״ günstig, werden von Elijahu gesegnet: das Tagewerk, das sie beginnen, soll tagsüber kein Ende nehmen. Der Fromme legt den ganzen Tag Tallis zu״ sammen und wird davon reich, der Mißgünstige muß niedere Verrichtungen unablässig fortsetzen.. — Sehr weit verbreiteter Märchenstoff, dem Dänha״ hardt, Sagen zum Neuen Testament 140—153 einen gehaltvollen Abschnitt widmet: Die Unaufhörlichkeit des ersten Tagewerkes. — Nr. 161. Darlehen auf drei Stunden. Ein hartherziger Reicher wird um ein Darlehen auf drei Stunden gebeten. Er behält den Bittsteller vier Stunden lang bei sich: die Zeit des Darlehens ist um. — Ihn Abd Rabbihi erzählt von einem, der um ein Darlehen und um Aufschub der Frist bittet. — Geld bekommt er keines, Aufschub wird ihm gewährt. (Rene Basset, 1001 Gontet I 479.) Höchst beachtenswert ist Nr. 300. Der Kaiser und der Jude. Friedrich der Große, begleitet von seinen Generalen, begegnet einem polnischen Juden, führt mit ihm tiefsinnige Gespräche, die den Generalen Unverstand״ lieh bleiben, und deren Erklärung sie teuer bezahlen. Wir müssen es uns versagen, auf die Geschichte dieser Anekdote hier näher einzugehen. Nr. 346. Fettes Geld. Das Geld im Laden eines jüdischen Ölhändlers wird von einem nicht jüdischen Blumenhändler gefordert. Ein Kind ent״ scheidet: das Geld ist fett, also gehört es dem; Ölhändler. Zu den Angaben MGWj LXXI, 23 f. füge ich jetzt hinzu: Saintyves, Les cinquante jugements de Salomon Nr. XVII und Nr. XIX, Heller, Die Susannaerzählung ein Märchen^ ZATW 1936. — Nr. 367. Abraham in Hebron ergänzt das unvoll״ ständige Minjan. Auch im Maassebuch Nr. 169 kommt im Walde ein wunderbares Minjan zusammen, von Erzvätern und- Propheten. — Nr. 380. Das eingesunkene Kloster. Der Leichenzugmit dem toten Wunderrabbi muß an einem Kloster vorbeiziehen. Boshafterweise werden hier die Glocken ge־־ zogen. Der töte Wunderrabbi richtet sich auf, das Kloster versinkt all״ mählich. Als Quelle dieser Erzählung dürfen wir wohl Maassebuch Nr. 183 ansehen, wo Jehuda des Frommen Leiche am Tore von Regensburg vor״ übergeführt wird? der boshafte Torwärter läßt die Glocken erklingen, doch Turm1, Glocken und Glöckner versinken in die Erde.