Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 478 (sequence 11)
- Language
- German
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478 B. Heller Graeko-Byzantinisches, auch Russisches mit dem Scharfblick des tief jüdischen Gelehrten. Dabei erblickt er in Byzanz die Brücke zwischen Morgenland und Abendland, zwischen Altertum und Neuzeit. Derart geben seine Gesammelten Aufsätze ein Bild der überzeitlichen Volkskunde, etwas ganz Bedeutsames. Saintyves, Les cinquante jug'ements de Salomon. Paris s. a. (1933) habe ich bereits in REJ 1935, Maimonides״Heft 143—148 angezeigt. Doch eine Sammelbesprechung kann an diesem Büchlein des Meisters der französischen Folklore nicht Vorbeigehen. Die Gestalt Salomos wird! in der islamischen Legende weit höher verherrlicht als im Talmud und im alten Midrasch. Spätere Sage heftet ihm Fremdes an. Bei Saintyves wird ihm angedichtet, was der Talmud (Baba Bathra 58a) dem klugen Richter R. Bana oder (pal. Baba Mecia II, 8c). Alexander dem Großen zuschreibt, selbst das, was der Talmud als sodomitisches Urteil rügt. Der reiche Sagenzyklus, den Chauvin als ״David corrige par Salomon“ bezeichnet, wo also David als minder״ wertig gegen Salomo erscheint, wurzelt nicht im Judentum, sondern im Islam. The Book of Delight, by Joseph ben Meir Zabara, translated by Moses Hadas, With an Introduction by Merriam Sherwood. (Records of Civilization Sources and Studies.) New York 1932. Für Europa, Milford, London E. C. 4, Amen House, Warwick Square, 22 Shillings. Ein vornehmes amerikanisches wissenschaftliches Unter״ nehmen der Columbia University bietet uns ibn Sabaras ספר שעשועים in der englischen Übersetzung von Moses Hadas, mit einer Einleitung von Merriam Sherwood. Hadas gibt Prosa mit Prosa, die eingeflochtenen Gedichte in englischen Versen wieder. Nach den Proben, die ich hie und da vorgenommen, darf die Übersetzung als verständnisvoll, sehr gelungen bezeichnet werden. Sherwoods Einleitung setzt es sich zum Ziel, zu untersuchen, wie weit Sabaras 15 Erzählungen sonst bekannt waren, vorzüg״ lieh im christlichen Mittelalter Westeuropas. Die trefflichen Vor״ arbeiten Davidsons in seiner mustergültigen Ausgabe (New York 1914) werden dabei, wie es ja recht ist, tüchtig ausgebeutet. Doch unbeachtet bleiben die gewissenhaften Ergänzungen von Ed. Banet (MGWJ 1915, LIX, 121—130, 170—179), trotzdem diese auch Aufnahme gefunden haben in der 2. Auf!, der Davidsonsehen Ausgabe (Berlin 1925), für welche Davidsons englische Ausführungen von B. Krupnik in prächtiges Hebräisch übertragen