Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 477 (sequence 10)
- Language
- German
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Neueres Schrifttum zur jüd. Segen.« u« Stoffgeschichte 477 Alexander wird von der Sage ins Reich der Hundsköpfigen geführt. G. meint, der Weg zu Swifts Gullivers, wenn auch die Mittelglieder fehlen, führe über Eschkol hakofer. Parallels to the Legends of Candrahasa (II, 1057—1064) — eigentlich Parallelen zum Gang nach dem Eisenhammer. Die jüdischen wurden ein״ gehend untersucht von Isr. Levi, REJ 1903 XLVII 205—213. S. Heller, im HWB des deutschen Märchens I, 509—514. Zur Quellenkunde deutscher Sagen und Märchen (II, 1071 bis 1081). Aus jüdischen Schriften und Bräuchen fallen hier scharfe Streiflichter auf allgemeinere oder besondere Volks״ Überlieferungen- Ein jüdisches Märchen vom dankbaren Toten, ein höchst bemerkenswertes. G. irrt, wenn er meint, dieses und das armenische Märchen seien die einzigen morgenländischen Vertreter dieses Typus. Heute wird ja allgemein das Buch Tobit als ältestes Beispiel für das Motiv vom dankbaren Toten angesehen. — In der altdeutschen Dichtung und im ״Höllenzwang“ weist G. die Einwirkung der kabbalistischen Lehre vom Gottes״ namen mit 72 Buchstaben nach. — Naglfar, Lokis Schiff aus Menschennägeln gibt Anlaß, den Volksglauben, besonders den jüdischen, über Nägel, Nägelabschneiden zu besprechen. Über Vögel, die auf Bäumen wachsen, werden wir heute durch Löws, Flora IV, 347—349, 444, 450 belehrt. — ״Gottesurteil“ erblickt G. im Gesetz über die Sotah — eine Anschauung, die heute Ge״ meingut der Schriftdeutung geworden. — Bei der Behandlung des Volksglaubens über ״Schatten“ äußert G. die Vermutung, Chamisso habe in den Berliner jüdischen Salons die Vorstellung vom schattenlosen Menschen aufnehmen können. Hier bespricht G. auch das Bauopfer im Midrasch, ־— was seither durch seine Exempla 434 zu ergänzen wäre. Gasters ״Beiträge zur vergleichenden Sagen~ und Mär״ chenkunde“ sind in dieser MGWJ 1880, 1881 erschienen und werden seit 1933 wieder fortgesetzt, wozu Heinemann mit Recht bemerkt: ״Es dürfte ein einzig dastehender Fall sein, daß ein Zeitschriftenaufsatz nach 50 Jahren seine Fortsetzung findet“. (1933, LXXVII, 431.) * Fürwahr! Ein einzig dastehender Fall! Gaster wird dabei von Heinemann als ״hochverdienter Meister der Wissenschaft“ begrüßt. Meisterhaft überblickt er Rumänisches, Südslavisches,