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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 6 · p. Seite 475

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 6
Article
Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
Date
1936-01-01
Page
Seite 475 (sequence 8)
Language
German
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Neueres Schrifttum zur jud. Segenu. Stoffgeschichte 475 wird, findet sein Vorbild in der Aggada vom Bau des Tempels in Jerusalem, der von der Tiefe bedroht wird (Sukkah 53a b). Allerdings setzt G. die Entstehung des Alphabeta Siracidis gar zu früh, in das 7. Jhdt., an3. Doch die ganze Untersuchung mag als Musterbeispiel einer stoffgeschichtlichen Untersuchung gelten. Ihren Ergebnissen wird auch von andern Forschem (Wesselofsky, Jan de Vries) zugestimmt (FFC 73, 356). UI. Märchen. In seinem Aufsatz über The modern origin of fairy-tales (1039—1051) setzt sich G. grundsätzlich mit den Anschauungen über Entstehung und Verbreitung der Märchen auseinander, mit der indianistischen und mit der mythologisierenden Deutung, Für den Stoff der Märchen nimmt er drei Hauptquellen an: neben den Novellen und Fabliaux, die auch aus dem Morgen« land eingedrungen sein konnten und neben den Überlieferungen aus dem Altertum, die keineswegs in ihrer klassischen Reinheit zum Volk gelangten, hebt er besonders als vernachlässigte Stoff« quelle die Hagiologie hervor: Bibel, apokryphe, apokalyptische, pseudepigraphische Schriften, Legenden, Leben der Heiligen, ein Schrifttum, das Jahrhunderte hindurch von der Kanzel dem Volke nahegebracht wurde. Simsen, Jiftach, die Reisen des Propheten Elijahu wirkten im Märchen weiter. Auf die Ge« schichte des Märchens kommt G. auch zurück in seinen Fairy iales from inedited Rebrem MSS. of the ninth and troelfth Century (II, 908). Hier gibt er die Übersetzung von fünf hebräischen Märchen aus seiner Handschrift, die er seither in seinen Exempla teils hebräisch, teils im Auszug englisch mitgeteilt hat. Z. Der Heide und der Jude9 hebräisch, Exempla 29, bei Grimm, KHM 107, Die beiden Wanderer, auch als ״Wahrheit und Falschheit“ verbreitet. II. Die Prinzessin mit dem goldenen Haar. Jochanan, dem letzten Willen seines Vaters gehorchend, ersteht ein Wunder« 3 Hiebei bleiben Isr. Levis eingebende Untersuchungen über Alpha« beta Siracidis unbeachtet. (REJ 1894 XXIX, 197—205, 1895 XXX 318 ff., Jewish Bncyclopedia II 678—681). Gasters Befangenheit gegen Isr. Levi ist be« dauerlich. Das scharfe Urteil über diesen höchst verdienstvollen Forscher (II 819) hätte nicht neuerdings ab gedruckt werden sollen. — Auch über Aschmodais auffälliges Verhalten s, Isr. Levi REJ 1904 XLVIII 275.

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