Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 473 (sequence 6)
- Language
- German
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Neueres Schrifttum zur jüd. Sagenu. Stoffgeschichte 473 salem, seine Begegnung mit dem Hohenpriester (30), d) das Auge (so richtig, nicht der Totenschädel), das nimmer satt wird (38)« Eigenartiges, oft stark jüdisch gefärbt: a) Bildad, der Zauberer in Egypten (Kap. 1 ff«), b) Alexanders Hofschreiber der Jude Menachem (Kap. 14, 38 u. ö.), c) Alexander möchte sein Stand« bild im Tempel von Jerusalem errichtet sehen (31), d) Nathan der Priester (33), e) Man sucht für Alexander, ähnlich wie für Achaschwerosch, schöne Frauen (35), f) Menachem, der Schrei« ber, liest am Eingang zum Eden: dies ist das Tor des Ewigen, Gerechte ziehen hier ein, — Alexander erkauft den Eintritt dadurch, daß er sich beschneiden läßt (38), g) Alexander erwacht zum Leben, indem er, wie der von Elischa erweckte Knabe, mehrere Mal niest (46), h) Alexander im Lande der 10 Stämme, das durch den Sambatjon von der übrigen Welt geschieden ist (52), i) Alexander findet Manna (54). Besonders bemerkenswert scheint das Motiv des Hunde« königs, verbunden mit dem Männerkindbett (couvade). Alexan« der kommt ins Land Jowilah (Chawilah), wo der König im Männerkindbett liegt, an seiner Statt regiert ein Hund (Kap. 45). Diesem Motiv widmet eingehende Untersuchung Lily Weiser« Aal (Oslo). 1. Zur Sage vom Hundekönig (Wiener Prähisto« rische Zeitschrift 1932, XIX, 349—356. 2. En Studie over sagnet om hundekongla (Maal og minne 1933, 134—149). Ich habe die Verfasserin auf die Aggada aufmerksam gemacht, in der Mero« dach Baladans Gesicht in ein Hundegesicht verwandelt wird (Sanh. 96a), sowie auf den Kakophemismus פני סלך — פני כלב (Tossifta Aboda Zara VI, 4 p. 469, Bab. Ab. Zara 41a, 46a). Geistreich, wenn auch keineswegs wahrscheinlich, finde ich Gasters Erklärung für Dzalqamajn, den qorani sehen Namen Alexanders: G. meint מקרון sei zu מקרון verschrieben und als ״gehörnt" gedeutet worden (II 817). The Legend of ihe Grail (II, 879—907). G. bringt die Gralsage in Beziehung zur Alexandersage: die Suche nach dem Gral ahme Alexanders Fahrt nach dem Paradiese nach. G. bereitete auch eine Arbeit über die Sage vom Priester Johannes vor, in welcher Einwirkung jüdischer Märchen und Reiseberichte nach« gewiesen werden sollte; beleuchtet werden sollte auch die rätselhafte Gestalt des Juden Flegetanis, auf den Wolfram und Monatsschrift, 80. Jahrgang 31