Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 472 (sequence 5)
- Language
- German
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472 B. Heller Beschwörung ein zusammenfassendes Werk widmet (1098,1127). Einen Teil davon bietet uns seine neuere Arbeit: Conjuratiohs and ihe Ancient Mysteries. G. findet bei den verschiedenen Völkern Riten, dramatische Aufführungen, welche den Toten schützen sollen, den Kampf zwischen Tod und Leben, Finster״ nis und Licht veranschaulichen. Diesen Kampf findet er im Totenbuch der Ägypter, im babylonischen Epos, im Zoroastrismus, in phönizischer Inschrift. Er meint, diese Darstellung habe auch im Ritus des Tempels zu Jerusalem gelebt, wo das Vor״ lesen kosmogonischer Abschnitte aus der Bibel auch Abwehr gegen den Tod bezweckt haben soll. Das Judentum habe später diesen Ritus, als heidnischen unterdrückt, die Samaritaner hin״ gegen hätten ihn beibehalten, — die kosmogonischen Penta״ teuchabschnitte bilden die Hauptbestandteile der samaritanischen Amulette. Ähnliches hätten die Mysterien: eleusinische, or״ phische, Mithrätische, bezweckt: Der Logos hebraikos im Pa״ riser Papyros sei zum Teil dem Buche Henoch entnommen. G. teilt ausführlich rumänische Beschwörungsformeln mit, in denen Maria den Toten gegen Vipern, gelbe Drachen usw. schützt. In diesen Beschwörungen, meint G., lebe die alte ägyptisch״ babylonisch״jüdische Urüberlieferung weiter. II. Mittelalterliche Sagenstoffe. Auch die dichterischen Schöpfungen des Mittelalters erhellt G. mit dem Licht der jüdischen Legende. An old hehrem Romance of Alexander (Translated from Hebrew MSS. of the twelfth Century 814—878). G. bietet weit mehr als die bloße Übersetzung eines hebräischen Alexander״ romans. Er widerlegt die Anschauung Jsr. Levis (der den hebr. Text herausgegeben hat), daß dieser Roman jeder Bedeutung für die Geschichte der Alexandersage entbehre. Auch darin können wir G. zustimmen, daß dieser Roman keine bloße Über״ Setzung aus dem Arabischen biete. Zum Roman haben beige״ tragen: 1. Talmud und Midrasch, 2. Gemeingut der Pseudo״ Kallisten’schen Überlieferung, 3. des Verfassers eigene Zutaten. Für talmudisch״midraschisch kann wohl Folgendes gelten: a) Berge der Finsternis (25. Kap.), b) Streit wegen des im ge״ kauften Felde gefundenen Schatzes, geschlichtet durch die Ehe der Kinder der Streitenden (Kap. 25), c) Alexander vor Jeru״