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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 6 · p. Seite 458

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 6
Article
Aschkenaz
Date
1936-01-01
Page
Seite 458 (sequence 4)
Language
German
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458 P. Rieger sei betrachtet werden (Marx, Untersuchungen zum Siddur des Rab Amram). In der bekannten Anfrage der deutschen Gemeinden in Jerusalem von 960 nennen sich diese ״Bewohner des Rheinlandes“ (אנשי ריבום). Noch Menachem Mein (בית הבחירה) Einltg. 18) nennt Rabbi Meir von Rothenburg und Rabbi Isaak ben Jehuda von Mainz und Worms Franzosen (Zarfathi). Die erste nachweisbare Anwendung der Bezeichnung Aschkenas für Deutschland findet sich bei Saadja, der Aschkenas mit צקלאבה (Slavenland) übersetzt (Harkavy באסף נדחים S. 1, 90), und bei dem arabisch schreibenden karäischen Lexikographen David ben Abraham Alfäsi, der im zehnten Jahrhundert berichtet: ״Von Aschkenas stammen die Chazaren und die Franken (אלאפראכג)“, wobei es allerdings unentschieden bleiben muß, ob nicht unter Franken die Europäer zu verstehen sind (Poznanski in Hebr. Bibliographie XV. 1911 S. 74 ff.), zumal sein Zeitgenosse der Käräer Josef ben Burhän Aschkenas durch אלמד (die Chazaren) übersetzt (Riv. Isr 7, 69). Es ist dabei auffallend, daß sich der Chazarenkönig Josef in seinem Antwortschreiben an Chasdai des biblischen Namens Togärmah für sein Land bedient. Die einzige Erklärung für die geschichtlich und ethnologisch unbegründete Verwertung der biblischen Namen für die Länder des Abendlandes im hebräischen Schrifttum ist deren Lautähnlichkeit. Eine Reihe gleicher Buchstaben oder auch nur die gleichen Anfangsbuchstaben waren ein zureichender Beleg für die sonst willkürlichen Gleichsetzungen. Man scheute sich nicht צרפת unbedenklich als den Bibelnamen für פראנציא״ה und פרנצ״א (Raschi zu Obadja und Josippon), ספרד für Spanien, אלישה für Alemannia (Josippon), ריפת für die Bretagne und Britannia, תוגרמה für die Türkei, הנר für Ungarn הנגרין in Chasdais Brief) zu verwenden. An der Verbreitung dieser Spielereien scheint der schnell volkstümlich gewordene Josippon und die Freude an solchen ״geschichtlichen Funden“, die für dieses Buch bezeichnend ist, schuld zu sein. Das Bedürfnis für die Wahl eines hebräischen Wortes für Deutschland konnte natürlich erst mit der Entstehung dieses Begriffes hervortreten. Noch in Chasdais Brief heißt Deutschland?אד? נם (Land Nemez, arabisch Nemsia und Namtschin, das

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