Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aschkenaz
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 457 (sequence 3)
- Language
- German
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אשב:ף ~ Deutschland 457 Der Gleichklang von Giblim mit Sklabena (bei Procopius) und Sclaveni (bei Jordanes) hat an dieser Gleichsetzung mitgewirkt. Tatsächlich erscheint die Bezeichnung לשרן כנען für Deutsch in den Glossen des R. Gerschom (siehe Kohut, Aruch haschalem s. v. כנען und Berliner in seiner Raschi-Ausgabe Seite 367 zu Deut 3Ö), bei Isaak aus Wien usw. Die Übersetzung Slavenland für Deutschland ist auch im arabischen Sprachkreis üblich gewesen. Masüdi versteht unter צקלאב ebenso wie Ibn Haukal unter שקלאב die Sachsen und die Deutschen (Namtschin). Es ist dabei nicht uninteressant, daß die Gleichsetzung von Deutschland mit Kanaan auf eine angebliche Volksüberlieferüng zurückgeführt wurde, die Ibn Esra und David Kimchi fast gleichlautend überliefern. DerErstere schreibt: ״Wir haben von Autoritäten erfahren, daß die Bewohner Alemanniens die Kanaaniter sind, welche vor den Israeliten geflohen, als diese nach Kanaan gekommen“, und David Kimchi weiß zu erzählen: ״Eine Überlieferung berichtet, daß die Bewohner Alemanniens Kanaaniter waren; denn als sich diese vor Josua flüchteten, wie wir im Buch Josua geschrieben haben, zogen sie in das Land Alemannia und Sklavonia, das man Deutschland (Land Aschkenas) nennt, und noch heute nennt man sie Kanaaniter“1. Dagegen wird Aschkenas frühestens seit dem zehnten Jahrhundert Name für Deutschland. Im gaonäischen Schrifttum ist diese Gleichsetzung noch nicht bekannt, obwohl פרמה und אפרכנה für das Frankenland in ihm üblich geworden waren. Das Vorkommen von Aschkenas für Deutschland im Siddur des Gaon Rab Amram (S. 5b) darf sicher als ein späteres Einschieb- 1 Ibn Esra zu Obadja 20: שמענו מפי גדולים כי ארץ אלמניייה הם הכנעניים וכר׳ David Kimchi zur St.: ואומרים בקבלה כי בני »רץ אלמגיי״א היו כנעניים כי כשפנה כנעני מפני יהושע (zu Jos. 9r 7)שקורין»רץ אשכנז (so lies statt הלכו להם לארץ אלמניי-א ואשקלבובי״א(ואשקלוני״א כמל שכתבנו בספר יהושע ועוד היום קוראים אותם כנעניים• Vgl. die merkwürdige Stelle in Raschi zu Richter 2047, wo von den einhundert Benjaiminiten erzählt wird, daß sie nach ״Rom und Aschkenas ausgewandert sind: אליהו גילה לבעל מגלה עמוקות אותן המאה הלכו וישבר במדינת רומי ואשכנז <מ״ע בגלי רזיא) (in מקראות גדולות Lublin 1897). Vielleicht ist die merkwürdige Tradition, daß die deutschen Juden von den Vangionen stammen (Rieger, Vom Heimatrecht der deutsehen Juden) auf den Gleichklang von Benjaiminiten und Vangionen zurückzuführen. Monatsschrift, SO. Jahrgang 30