Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aschkenaz
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 456 (sequence 2)
- Language
- German
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456 P. Rieger consularis), RifatK als Adiabene. Auch das Targum zu Ezechiel 27, 14 und zu 38, 6 erklärt Togarmah durch מדינת נרממיא. Aber nirgends und niemals wird im talmudischen Schrifttum Aschkenas als גרממיא oder נרמניא gedeutet. Es bleibt dabei unberührt, inwieweit die talmudischen Auslegungen dem ursprünglichen Sinn der Völkertafel in Genesis 10 entsprechen. Ebenso ungenau ist Eibogens Angabe, daß ״zu den ältesten Zeugnissen für den Gebrauch von Aschkenas (für Deutschland) die Erwähnung des aschkenasischen Königs (gemeint ist Kaiser Otto der Große) im Briefe des Chasdai ibn Schaprut aus Cordova an den ChasarenkÖnig gehört“. In Wirklichkeit nennt Chasdai unter den Gesandtschaften, die seinem Khalifen durch Geschenke usw. gehuldigt, den מלך אשכנז, den מלך הגבלים שהם אלצקלאב und den König von Konstantineh (die Gesandtschaft Kaiser Konstantins IX. im Jahre 949), wobei offen bleibt, wen er als ״aschkenasischen König“ bezeichnen wollte. Sicher ist, daß mit dem ״König der Giblim oder Slaven“ der deutsche Kaiser Otto gemeint ist. Das bezeugen die erhaltenen arabischen Berichte über dessen Gesandtschaft nach Cordova (Murphy, Histoxy of the Mahometan empire in Spain S. 101: The King of the Slavonians called Otto (so ist statt duku zu lesen) ecc). Die Bedeutung von ״Giblim“ wird durch den Zusatz ״das sind die Slaven“ erklärt, ohne daß diese Gleichsetzung heute ganz verständlich ist. T. E. Modelsky hat dieser Gleichsetzung 1910 ein ganzes Buch ״Der König der Gebalim im Briefe des Chasdai“ (Lemberg, polnisch) gewidmet. Er findet in ״Giblim“ den hebräischen Ausdruck für Alpenlähder, ohne recht verständlieh zu machen, weshalb dieses Gebiet als slävisch bezeichnet wird. Es ist allerdings richtig־, daß im Targum גבלא ein Gebirgs-!and bedeutet. Dies ist aber nur die aramäische Form für das in Psalm 83, 8 Gebal genannte Hochland Gebalene (südlich vom Toten Meere). Das dunkle Giblim scheint anders zu erklären zu sein. Die Ortsbezeichnungi Gibli (Josua 13, 5) wird in Chasdais Brief im Hinblick auf die Bauleute bei Salomos Tempelbau )נבלים I Kön 532 nach der zwischen Berytus und Tripolis, gelegenen phönikischen Stadt Gebal) und in Erinnerung an die biblische Erzählung von Kanaan in Gen 925_27 (״Kanaan soll ihnen Sklave sein“) als Bibelname für das Slavenland verwertet.