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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 410

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der Juden in Landsberg a. d. Warthe
Date
1936-01-01
Page
Seite 410 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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410 Oswald Lassally dienst zu veranstalten; legte Aaron Israel bei dem Generalfiscal Duhram Protest ein. Er setzte es durch, daß durch ein Decret vom 24. 12. 1702 dem Moses Marcus das Abhalten eines Privatgottesdienstes bei 1000 Taler Strafe verboten wurde. Erst im Jahre 1705 wurde dem Moses Marcus die erwünschte Erlaubnis erteilt35. Im Jahre 1702 erstattete Franz Wentzel, ein getaufter Jude in Küstrin, eine Anzeige, daß die Juden in ihrem Gebet Olenu Christus lästerten. Das Gebet wurde daraufhin verboten und ein besonderer Aufseher beim Gottesdienst bestellt36. An besonderen Abgaben, die von den Juden erhoben wurden, fehlte es damals nicht. 1701 mußten die neumärkischen Juden 20 000 Taler zur Aufstellung eines Regiments von 1200 Mann beitragen37, 1711 8000 Taler zur Abwendung der Einführung eines besonderen Judenzeichens. Hiervon trugen die Landsberger Juden 300 Taler38. Im Jahre 1713 mußten beim Regierungsantritt Friedrich Wilhelms I. zur Bestätigung der Schutzpatente 13 000 Taler gezahlt werden. Die Landsberger Gemeinde bestand im Jahre 1717 aus 417 Personen, und zwar 96 Männern, 93 Frauen, 210 Kindern und 18 Personen Gesinde. Hierunter befand sich eine große Anzahl von Leuten, die keinen Schutzbrief hatten. Sie wurden in diesem Jahre ausgewiesen und mußten die Stadt verlassen. Nach einer unter General von Massow zu Tamsel abgehaltenen Konferenz mit den Judenältesten wurde von 100 Familien, die darum gebeten hatten, 47 Familien gestattet, sich wieder in der Neumark niederzulassen39, aus der Erwägung, daß ״die meisten von diesen supplicierenden 100 Judenfamilien teils in Unseren Landen geboren und erzogen, teils aber zu 20, 30 und mehr Jahren bereits darinnen gewohnt hatten '. Von diesen; 47 Familien wurden 10 in Landsberg zugelassen und zwar waren dieses: Seelig Samuel, Lewin Samuel, Salomon Wolff, Baruch 35 Vgl. Magistrats-Archiv Landsberg, Judensachen 1696—1774 b,etr. Conoession des Gottesdienstes.. 36 Vgl. König, S. 139—163. 37 Vgl König, S. 127. 38 Vgl. S. Stern, Bd. 2r Nr. 319. - 39 Vgl Magistrats-Archiv Landsberg E XXI d 1 Nr. 1.

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