Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Landsberg a. d. Warthe
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 409 (sequence 7)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Landsberg־ a. d. Warthe 409 berg, um nach Schluzke in Polen zu gehen23. Er starb noch im gleichen Jahre29. Sein Nachfolger im Landesrabbinat der Mark Brandenburg, Simon Berend (1687—1709)30, hatte seinen Wohnsitz nicht mehr in Landsberg, sondern in Berlin, und ebenso verhielt es sich mit dessen Nachfolger Arend Benjamin Wolff31, der ein Sohn des früheren Landesrabbiners Benjamin Wolf Liebmann war. Aber schon im Jahre 1692 baten die Ältesten der Lands״ berger Judenschaft darum, wieder einen eigenen Rabbiner — ״absonderlichen Rabbi" — zu haben, der die kleinen Streitig״ keiten und Mißverständnisse unter ihnen entscheiden könne und sie sich nicht wegen geringer und ״wenig importierender Sache" nach Berlin zu begeben nötig hätten, wobei sie sich erboten, daß der Berliner Rabbiner nichts desto weniger die Oberaufsicht über die Judenschaft behalten und ihm an seinem Unterhalt, auch dem Magistrat an seiner Jurisdiction nichts abgehen sollte. Ihrem Gesuche entsprechend wurde Esaias Joachim zum Rab״ biner von Landsberg bestellt32. Sein Nachfolger war Israel Bendix (1702—1728). Eine Synagoge hatte die Gemeinde bis dahin nicht gehabt, sondern sie hatte ihre Zusammenkünfte und Zeremonien seit 1670 in dem von dem Hofjuden Israel Aaron gekauften Bürger״ haus abgehalten33. Dieses Haus, das sog. ״große Judenhaus", steht heute noch in Laridsberg Ecke Louisen« und Charlotten« Straße. Die Louisenstraße hieß ursprünglich Judenstraße34. Im Jahre 1696 richtete Aaron Israel, der Sohn Israel Aarons, ein Gesuch an den Großen Kurfürsten, worin er darum bat, daß in dem großen Judenhause, welches sein Vater erworben habe und in dem seit 25—26 Jahren Gottesdienst abgehalten werde, das Abhalten des Gottesdienstes weiter zu gestatten. Als im Jahre 1702 der Kanzler Brandt auch dem öster״ reichischen Schutzjuden Moses Marcus die Erlaubnis erteilte, in seinem Hause mit 10 Personen einen besonderen Gottes״ ־^~~~־V^Kömgr S. 103. 20 Vgl־. Hallo, Geschichte der Familie Hallo, 1930, S. 58. 80 Vgl. S. Stern, Bd. 2, Nr. 56. 81 Siehe S. Stern, Bd. 2, Nr. 300. 82 Vgl. Stern, Bd. 2, Nr. 212. 88 Vgl. Magistrats«Archiv Landsberg’ E XXI d 1 Nr. 2, Bl. 16. 34 Siehe Heise, S. 323. Monatsschrift, 80. Jahrgang 27