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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 399

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Ein aus dem Judentum stammender Professor des Rheinlandes im Anfang des 19. Jahrhunderts
Date
1936-01-01
Page
Seite 399 (sequence 3)
Language
German
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Ein a. d. Judentum stamm. Prof, d. Rheinland, i1. Anf. d. 19. Jhd. 399 des Dr. med. Anschel der cisrhenanischen Bewegung an, um auf diese Weise Bürgerrechte wie in Frankreich zu erlangen. Diese, vor allem Anschel, haben vermutlich die Anregung zur Abschaf« fung des Judenleibzolls auf der linken Rheinseite im September 1797 durch General Hoche gegeben. War doch Anschel Arzt des französischen Kommissärs der Stadt Köln, Rethel, der mit dem Präsidenten der Mittelkommission in Bonn, Shee, befreundet war; dieser hatte im August 1797 an General Hoche den Antrag auf Abschaffung des von den Juden bezahlten Leibzolls gestellt. Ebenso ging auf Anschel und seine Gesinnungsgenossen vermutlich jener Vorgang vom Einschlagen des hölzernen Tores der Bonner Judengasse im September 1797 zurück, den die ״Fata Bonnensia“ so charakteristisch schildern. Als Sekretär der ״Volksgesellschaft“, die sich Ende September 1797 aus den ״Freunden der Freiheit"' und ihrem cisrhenanischen Di« striktsbüro in Bonn entwickelte, hat Di*. Anschel die Schritte, die zur Durchführung der cisrhenanischen und republikanischen Bestrebungen vom September bis November 1797 erfolg״ ten, eifrig unterstützt8. Um d. J. 1798 scheint er nach Mainz übergesiedelt zu sein9. Er richtete am 19. März 1798 an die Mainzer Munizipalität die Bitte um Aufnahme in den Bürgerverband; sie erfolgte aber erst i. J. 181110. Juli 8 s. J. Hansen; Quellen zur Geschichte des Rheinlandes im Zeitalter der Französischen׳ Revolution 1780—1801 (P. d. G. f. Rheinische Geschichtskünde XLH) III (Bonn 1935) S. 1096 ir. Anmi 3, S. 1130 n. 318, S. 1210, 1211 n. 339; auch den demnächst im Druck erscheinenden IV. Band (n. 17 usw.) durfte ich für obige Ausführungen dank dem Verfasser benutzen. Anschel hat also durchaus nicht eine untergeordnete Rolle in der oben geschilderten Bewegung gespielt, wie Bockenheimer, Geschichte der Stadt Mainz während der zweiten französischen Herrschaft (1890) S. 292/93 irr״ tümhch annimmt (ebenso Frieden chs, Verfassung und Verwaltung der Stadt Bonn zur Zeit der französischen Herrschaft, Bonn 1911r S. 36); s. auch das Verzeichnis der Cisrhenanen in Bonn (Universitäts-Bibliothek Bonn), angefertigt Januar bis April 1799, S. 2. 8 Vergl. Tableau de population de la commune de Mayence pour V an VIII, Haus C 212 (handschriftlich im Mainzer Stadtarchiv). Im Verzeichnis der Cisrhenanen in Bonn wird er als ״dermalen in Mainz" wohnhaft auf״ geführt. 10 Bürgerannahme״Register v, J. 1837 (Mainzer Stadtarchiv); Bocken״ heimers Angabe S. 293 trifft also auch hier nicht zu, da Anschel schon vor seiner Aufnahme in den׳ Bürger verband im Lehrfach verwendet wurde.

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