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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 398

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Ein aus dem Judentum stammender Professor des Rheinlandes im Anfang des 19. Jahrhunderts
Date
1936-01-01
Page
Seite 398 (sequence 2)
Language
German
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398 Adolf Kober Juden verwandelten sich in Bürger. Sie konnten auch die Offi״ ziers״ und Beamtenlaufbahn einschlagen3. In Bonn wurde auch der Mann geboren, von dem im Folgenden die Rede ist: Salo״ mort Anschel (geh. 16. 6. 1771)4, der anscheinend einer daselbst schon lang ansässigen jüdischen Familie entstammte und Sohn des Samuel Anschel war. Er wurde 1785/1786 Schüler der dritten Klasse der Akademie, ward am 14. 10. 1786 in der philo״ sophischen Fakultät immatrikuliert und war Hörer der medi״ zinischen Fakultät i. d. J. 1788—1791; i. J. 1786/87 studierte er auch Logik, 1787/88 Physik5 6. Er ist auch ein Schüler des ״Pro״ fessors der schönen Wissenschaften" Eulogius Schneider0 ge״ wesen, auf dessen Gedichte er i. J. 1790 subskribiert hat. Seine Studien hat er, wie wir aus den ״Fata Bonnensia", den Aufzeich״ nungen des Kurfürstlichen Geheimen Rates Müller, erfahren, durch Unterstützung des Kurfürsten absolviert, ״weil er selbst nichts im Vermögen hatte"7. An welcher Universität er zur Abschlußprüfung gelangte und promoviert wurde, konnte ich leider nicht feststellen. Anscheinend zuvor übersetzte er die Abhandlung ״Über das Kommerz zwischen Seele und Körper" von Moses Mendelssohn aus dem Hebräischen ins Deutsche. Sie erschien i. J. 1788. Es kamen die bewegten Jahre der fran״ zösischen Besetzung der Rheinlande. Während die Bonner jü״ dische Gemeinde sich im allgemeinen an der republikanischen Bewegung nicht beteiligte und noch am 26. September 1797 ihre beiden Vorsteher erklärten, die Gemeinde sei für die Beibehal״ tung der älteren Staatsverfassung bis zur Entscheidung des Friedens, schlossen sich einige ihrer Mitglieder unter Führung 3 s. im allgemeinen M. Philippson, Neueste Geschichte des jüdischen Volkes I (1907) S. 23; Dubnow, Weltgeschichte des jüdischen Volkes VIII (1928) S. 130 fv 165 f., A. Kober im 14. Jahrbuch des Kölnischen Geschichts״ Vereins (1932) S. 115f. 4 Angabe im Standesamtsregister der Stadt Mainz. Sämtliche An״ gaben aus dem Mainzer Stadtarchiv und der Mainzer Stadtbibliothek hat mir selbstlos in dankenswerter Weise Herr Professor Dr. Heidenheiirter- Mainz zur Verfügung gestellt. Die Heirats״ und Sterbeangabe aus dem Mainzer Standesamtsregister verdanke ich Herrn Rabbiner Dr. S. Levi״ Mainz. 5 s. Kober in MGWJ 75 1. c. und die daselbst angeführte Quelle. 6 über ihn s. Geschichte des RheinLandes von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart II (1922), S. 336; Hesse, Geschichte der Stadt Bonn (1897)r S. 152. f handschriftlich im Stadtarchiv Bonn, I S. 41.

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