Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Bedeutung der verschiedenen Punktationssysteme für die Aussprache des Hebräischen
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 7)
- Language
- German
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396 Carl Cohen Ritus, von Steinschneider zweifelnd auf das 13. oder 14. Jahrh. datiert24. Dort ist z. B. auf Blatt 136b: הרהך אלהיט להאריך אפך לרעים ולטובים וך\*א תהילתך למענך אלהינו עשה ןלא לכו• Zu dieser Probe der Handschrift, die nach Ansicht Arthur Spaniers25 aus Palästina stammt, ist neben anderem bemerkens״ wert, daß t für 7׳ und ■■-־- gebraucht, und daß das Wort לא mit — vokalisiert ist. Wenn diese Hs wirklich aus Palästina stammt, so hat man dort fraglos das ~ wie o gesprochen. In den Talmuden ist die Feindschaft zwischen Babylon und Palästina mehrfach bezeugt. So heißt es bKet. 110b Ber. 24-b: ״Wer von Babel nach Palästina geht, Übertritt ein Gebot"; jChag. 10a: ״Wer sich von Schass zu Schass wendet, entbehrt des Friedens"; jSchabb. 145b: ״Warum zeichnen sich die Baby״ Ionier durch Kleidung aus? Weil sie ,keine Gelehrte sind". Der Gaon Saadja bezeichnete die palästinensischen Grammatiker als pL&JI t Männer Syriens, er spricht also Palästina das Präsi״ kat Erez Jisrael ab26. Als der Exilarch Chananja für Babylon das Recht beanspruchte, den Kalender zu bestimmen, antwortete ihm der Jeruschalmi Sanh. 19a in ironischer Paraphrasierung des Satzes Jes 2, 3: ״Denn von Babel geht die Lehre aus ... ." Gelegentlich bezeichnen die Babylonier ihre Heimat als Erez Jisrael; z. B. Beresch. r. XVI, 3 und bPes. 87b27. Diese Feindschaft könnte durch verschiedene. Aussprachen der Gebetssprache verstärkt worden sein, jedenfalls hat sie eine gegenseitige Beeinflussung erschwert. Von Babylon aus wurde die dortige Aussprache nach Spa״ nien übertragen und wurde später von der Gelehrtenwelt über״ nommen. Sie eroberte sich Marokko und die Auswanderungs*!ander der Sephardim und wurde schließlich durch Ben Jehudas Einfluß zur Aussprache des lebendigen Hebräisch. Bei den Sama״ ritanem, die von den Juden Palästinas strengstens geschieden waren, sowie in Babylonien, erhielt sich diese Aussprache bis 24 Verzeichniss der hebr. Handschriften d. Kgl. Bibi, zu Berlin, Berlin 1878 (1. Band), Seite 2. 25 MGWJ, 1929, S. 472 fg. 26 Komm, zum Sefer Jezira, Paris 1891, Seite '76. Samuel ha״Naggid u. Samuel ibn Djami nannten den Jeruschalmi: אלשאמי (Strack, Einleitung, 3. Auf!., S. 65). 27 Monumenta Talmudicä Ir S. 31