Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Bedeutung der verschiedenen Punktationssysteme für die Aussprache des Hebräischen
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Bedeutung der verschiedenen Punktationssysteme 393 wesentlichen angenommen, und die Aussprache der Vokale war im bab. Talmud, sowie bei den LXX und dem Kirchenvater Hie« ronymus (starb 420 in Bethlehem) sephardisch11. Wir wissen, daß bei Entstehen der hebräischen Sprache aus dem Ursemitischen in Kanaan eine Lautverschiebung von a zu o stattgefunden hat12. Wenn wir uns nun auf den Standpunkt stellen, daß zur Zeit der Massora oder kurz davor das Ursprünge liehe hebräische ä (7־) zu o geworden ist, so haben wir die Tatsache einer zweiten palästinensischen Laut״ v e r s c h i e b u n g vor uns. Die Behauptung, daß in Palästina zur Zeit und kurz vor der Beendung der Massora das 7־ wie o ausgesprochen wurde, wird durch eine Reihe von Tatsachen gestützt. Im Syrischen wird bekanntlich das Zekafa im Westen, also nördlich von Palästina, wie o, im Osten, also in der Nähe des Heimatlandes des bab. Talmuds, wie a gesprochen. Eine andere geographisch Kanaan benachbarte Sprache weist eine ähnliche Erscheinung auf. Nach Sethe, Die Vokalisation des Ägyptischen13, weisen die Keil״ schrifttäfelchen von Tel-Amama und Boghasköi ägypt. Eigen״ namen mit einem langen ä auf, die im Koptischen mit o oder u gesprochen wurden. Auch hier der gleiche Gegensatz zwischen Ost und West und vermutlich die gleiche Zeit der Lautver״ Schiebung[ Einige Ortsbezeichnungen scheinen ebenfalls darauf hinzu״ deuten, daß noch nach dem Erlöschen des lebendigen Hebräisch in der Gebetsprache eine Lautverschiebung in der angedeuteten Richtung stattgefunden habe. So heißt פרוד, die Heimat des R. 11 Die bei den LXX noch nicht vorhandene Unterscheidung der י־־בגדכפת Buchstaben ist nach Kahle (MdW, I., S. 51) im 8. bis 9. Jahrh. unter Bin״ fluß des Syrischen (Brockelmann, Syr. Grammatik, Berlin 1899, § 9) erfolgt, hat sich nach Idelsohn (a. a. O.) nahezu überall durchgesetzt. Sie ist Saadja (starb 942) jedenfalls bereits geläufig (Komm, zum Sefer Jezira, Paris 1891, S. 76). Nach Wutz, Die Transkriptionen von der Septuaginta bis zu Hiero״ nymus (Stuttgart 1933) sind schon in der 2. Kolumne der Hexapla des Origenes (starb 254) Transkriptionsunterschiede zwischen ת und ת, sowie zwischen פ und פ vorhanden. 12 Bauer״Leander, Seite 18; Segal, Jesso-de hafonetika haiwrith, Jeru״ salem 1928, § 83. 13 ZDMG 1923, S. 145 ff. Monatsschrift, 80,. Jahrgang 26