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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 387

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst
Date
1936-01-01
Page
Seite 387 (sequence 13)
Language
German
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Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst 387 nommen wurde. Neben dem Horn, dem Etrog und dem Leuchter des wiederaufgebauten Tempels weist auch er auf die Auferstehung hin. Wir wollen noch einen Schritt weitergehen und die Vermutung aussprechen, daß der Delphin am Dreizack mit dem Leviatan verwechselt wurde, den man sich, von einem Fischerhaken (nach Hiob 4026) durchlöchert, in ähnlicher Weise vorstellen mochte. Der Delphin vertritt den Leviatan26. Er dient zur Ergänzung der messianisch verklärten Sukkotsymbolik. Die Verspeisung der Urwelttiere durch die Frommen bot ein schwieriges Darstellungsproblem, das der Illuminierer der Bibel der Ambrosiana dadurch zu lösen suchte, daß er das Bild in zwei Felder aufteilte: im oberen führte er die Tiere vor, im unteren die Frommen beim Mahle. Der Illustrator des Leipziger Machsor löste das Bild in zusammenhanglose Randfiguren auf. Die neuere Zeit suchte ein Ausdrucksmittel für die Darstellung der Leviatanmahlzeit in der Allegorie. Auf dem Deckengemälde der Holzsynagoge in Mohilew am Dniepr aus dem 18. Jahrhundert sehen wir die Frommen, durch eine Storchfamilie versinnbildlicht (Storch hebr. חסידז־ז die Fromme), die Schlangen verzehrt27. Den Leviatan als Schlange haben wir im Machsor für Sukkot bereits kennengelernt. In einer Wasserlandschaft, die durch schwimmende Enten gekennzeichnet 20 Die zwei Fische der Paradieslandschaft auf dem Mosaik der Synag־og־e in Hammam-Lif deutete Irmg־ard Schüler als das talmudisch überlieferte Leviatanmännchen und Leviatan Weibchen in dem von ihr geschriebenen Abschnitt Zukunftshoffnung in R. Wischnitzer-Bernstein, Symb. u. Gest., S. 122. Demgegenüber ist der Leviatan ein betont gottfeindliches Sinnbild in frühchristlichen Kreisen; vgl. Dölger, Der Heilige Fisch, 1922, Seite 491. 27 Über die jüdische Symbolik des Storches und der Schlange vgl. R. Wischnitzer-Bernstein, Symb. u. Gest., S. 65; idean, Aethiopien in der jüdischen Legende, Jüdische Rundschau, 1935, Nr. 74. Jedoch ist die be~ sondere Deutung der Schlange im Storchbild der mohilever Synagoge, als Leviatan, die Speise der Frommen, von mir im Laufe der gegenwärtigen Arbeit erst gefunden. Die Versinnbildlichung der Frommen durch Störche beruht nicht nur auf der Doppelbedeutung des Wortes •לחסידי sondern auch wohl auf einer Redewendung im Machsor für Sukkot. Im Kerobot des 2. Festtages heißt es, daß die Getreuen der Sukka ״aus allen Enden herbeigeflogen kommen“.

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