Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 12)
- Language
- German
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386 Rahel Wischnitzer-Bernstein wurde'*. Auch er besitzt messianische Bedeutung, nach Jes .2713, und so fassen wir als Posaune der Auferstehung auch das Horn neben dem Etrog auf dem Goldglas der Borgiana im Vatikan auf,, das Garrucci21 1880 veröffentlicht hat. Wir sehen hier in der oberen Bildhälfte des Goldglases (Abb. 4) den von Löwen flankierten Schrein und in der unteren Bildhälfte zwei sieben« armige Leuchter. Den linksstehenden Leuchter umgeben zwei gewundene Hörner, die Mitte besetzt ein großer Lulab, dem links der Etrog beigegeben ist. Der rechts stehende Leuchter ist von einem zweihenkligen Krug und einem unkenntlichen Gegen« stand flankiert, ob dem Wasserkrug oder einer Pflanze kann ich nicht entscheiden. Die beiden Hörner lassen sich in den literarischen Quellen identifizieren.. Der Überlieferung nach werden zwei Widder״ hömer aufbewahrt: das kleinere ist das Horn, das bei der Offen״ barung am Sinai geblasen wurde, das größere Horn wird bei der Auferstehung geblasen werden22. Was hat nun aber der Delphin neben den Symbolen der Auferstehung auf dem Katakombenbild zu bedeuten? In der heidnischen Sage ist der Delphin der Retter des Dich״ ters Arion aus Seenot (600 v. Ch.). Auf dem christlichen Jonas״ Sarkophag des 2.—3־. Jahrhunderts im Lateranmuseum in Rom23 hat der Fisch, der Jona verschlingt, bzw. ausspeit, einen delphin״ förmigen Kopf und einen geringelten Leib. Im Jonasbild der Priscillakatakombe in Rom24 hat der Fisch den gleichen geringelten Hinterteil und den Oberkörper eines Seepferdchens. Die Auffassungen schwanken. Jedoch setzt sich der Delphin mit dem Dreizack, dem Attribut des Neptun, und dem Anker in der christlichen Kunst durch, als Symbol der Errettung aus Seelennot. Der Delphin gehört zum Darstellungskreis der ErlösungsSymbolik25. Es darf angenommen werden, daß er in der gleichen Bedeutung in die jüdische Katakombenmalerei über- 21 R. Garrucci, Storia delTarte cristiana, VI. 22 Jalk. II Kön., 224; Pirke R. Elieser 31, zit. nach A. Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition, Jahrb. f. jüd. Volkskunde, 1923, S. 65. 23 K. Woermann, Geschichte der Kunst, 1920, B. III, Abb. 8. 24 K. Woermann, B. III, Tafel I. r5 F. Cabrol und H. Leclercg, Dictionnaire d’Archeologie chretienne, 192-0, unter dauphin; F. J. Dölger, Das Fischsymbol, 1928.