Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 7)
- Language
- German
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Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst 383 nung für die Weinlibation (Suk. IV, 1; 9—10). Diesen goldenen Krug sehen wir auf dem. Goldglasbild neben dem Weinkrug. In welcher Beziehung stehen nun die Laubhütten, die Sukkotpflanzen und das Sukkotgerät zum Heiligtum, das die Mitte des Bildes besetzt, was ist das eigentlich für ein Heiligtum? Laubhütten sind auf dem Synagogenhof ebenso denkbar, wie im Bereich des Tempels. Die in der griechischen Inschrift unseres Goldglases vorkommende Bezeichnung ״Haus des Friedens'*13 findet eine Entsprechung im ״bet menucha“, Haus der Ruhe, das David für die Bundeslade des Ewigen zu bauen im Sinne hat (1. Chron 282), dem Tempel, den Salomo erbaute. Bei Haggai 29 heißt es jedoch auch in bezug auf den zweiten Tempel: ״An diesem Ort werde ich Frieden geben.“ Wie Sukenik wiederum geltend machte, finden wir in einer Synagogeninschrift, in Kefr Birim, eine ähnliche Wendung: ״Es sei Frieden über diesem Ort.“ Im Machsor für Schemini Azeret, das Schlußfest der Laubhütten (im Maarivgebet) wird die Bitte um Gottes Schutz an die Vorstellung von der Wolkenhütte, der Friedenshütte, sowie den ״Schelom Jeruschalajim“ geknüpft. Das Zukunftsbild der über das Volk Israel und über Jerusalem gebreiteten Friedenshütte findet sich im Abendgebet für Sabbat und Feiertage wieder. Auch der Wein kann eine messianische Bedeutung gewinnen. ״Wein wird gekeltert bei Weltbeginn'“, b. Ber. 34b. Der Weinsegenspruch sichert den Anteil am jenseitigen Leben, Berakot 51a. Der Wein des Festes, als Wein der Seligen umgedeutet, tritt uns auf dem Sarkophag des Nationalmuseums der Thermen des Diokletian in Rom14 entgegen. Hier sieht man unter dem siebenarmigen Leuchter, der in einem Rundmedaillon steht, das Weinpressen, dargestellt durch drei junge Winzer, die die Trauben treten, — eine von nicht jüdischen Sarkophagen her bekannte bacchische Szene: der Thermensarkophag Nr. 971 weist sie auf. Franz Cumont15 deutete sie dort als Anspielung auf den Wein der Seligen im Jenseits. 13 H. GreEmann übersetzt die nur teilweise erhaLtene Inschrift: Haus des Friedens. Nimm den Heiligungsbecher. Trinke, Du mögest leben, Du und die Deinigen alle. Eine Analyse der Inschrift auch bei Sukenik, Beth Alpha, S. 20 f. 14 Abb. 39 in meinen ״Symbolen und Gestalten“. 15 Un frag-ment de sarcophiage judeopaierv, Revue arch. 1916, B. IV.