Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 6)
- Language
- German
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382 Rahel Wischaitzer*־•Bernstein den Idealen Tempel, der in Jerusalem wieder aufgebaut werden soll. E. L. Sukenik11 betrachtete den Bau als eine Synagoge. Die Säulen faßte Sukenik als Stangen für die Vorhänge vor dem Schrein auf. Die Parochet fehlen auf unserem Bilde; auf Goldgläsern, die Vorhänge wohl aufzuweisen haben, fehlen jedoch wiederum die Stangen. Die kleinen Bauten, die rechts vom Säulenumgang, teils von diesem überschnitten, im Hof sichtbar sind, wurden von De Rossi nicht beachtet, Greßmann12 glaubte in ihnen Torbauten sehen zu müssen, ohne von dieser Deutung ganz überzeugt zu sein. Wir fassen die kleinen Giebelbauten als Laubhütten auf. Man kann deutlich die lose gefügten Holzlatten der Dächer erkennen. Hinter den Bauten, bezw. auf den Dächern derselben ist je eine Palme sichtbar. Man weiß aus Neh 816, daß ״jeder auf seinem Dache und in ihren Höfen und in den Höfen des Gotteshauses und auf dem Platz am Wassertor und auf dem Platz am Efraimtor“ die Sukkot errichtete. Die Palme und die anderen zum Feststrauß verwendeten Pflanzen wurden, wie aus Neh 815 ersichtlich, vorerst für den Bau und den Schmuck der Sukkot selbst gebraucht. In der Vorderzone des Bildes sehen wir auf dem Goldglas des Vatikans den siebenarmigen Leuchter und links vom Leuchter Lulab und Etrog. Etwas weiter links ist eine Vase mit zwei Halmen kenntlich, offenbar Pflanzen, die ebenfalls als Sukkotschmuck benutzt wurden. Die beiden zweihenkligen Krüge rechts vom Leuchter möchte man als Weinkrug und Wasserkrug auffassen. Sie sind allgemein als Wein- und Ölkrug gedeutet worden. Jedoch ist zu beachten, daß nicht dem Öl, sondern dem Wasser beim Sukkotfest eine besondere Bedeutung zukommt. Sukkot ist die Zeit, in der der Wein gekeltert wird, und es ist der Beginn der Regenzeit, die durch den Brauch des Wassergießens feierlich eingeleitet wird. Diesem Brauch zufolge, der im zweiten Tempel geübt wurde, füllte man an jedem der sieben Tage Sukkot Wasser aus dem Siloah in einen goldenen Krug und goß daraus in eine eigens am Altar vorgesehene Öffnung, neben der Öff- 11 E. L. Sukenik, The Ancient Synagogue of Beth Alpha, 1932, S. 21. 12 H. Greßmann, S. 181.