Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst 381 gen Festmahles gezeigt, Symbole der messianischen Seligkeit, die ihm verheißen ist. Sie ersetzen hier das Bild der messianischen Hütte. Der Gedankenkreis des Sukkotfestes, der, wie wir aus den typologischen Entsprechungen sehen konnten, die grundlegenden religiösen Erfahrungen Israels aufgenommen hat, vermittelt uns die Erkenntnis der überragenden Bedeutung dieses Festes. Der Gestaltungsstoff des Machsor, dem biblischen Geistesgut entnommen, wurde vom Talmud, den Midraschim, den Pseudepigraphen entscheidend beeinflußt, dem Schrifttum einer Epoche, die die messianischen Ideenmotive mit besonderem Eifer ausgebaut hatte. Man wird daher versucht sein, in der Kunst der talmudischen Zeit selbst Ausschau zu halten nach Äußerungen der messianischen Auffassung des Laubhüttenfestes. Auf das häufige Auftreten des Etrog und des Lulab auf den Goldgläsern der jüdischen Katakomben in Rom und anderen Gegenständen der Kleinkunst, ferner im Dekor der Katakomben selbst und der Synagogen ist verschiedentlich hingewiesen worden. Kein Festsymbol und kein Kultgerät erscheint neben dem siebenarmigen Leuchter in der Spätantike so oft dargestellt, wie die beiden Sukkotsymbole. Ein Goldglas verdient wegen seiner noch nicht befriedigend gedeuteten Darstellungen in diesem Zusammenhang besondere Beachtung. . Es ist das das 1882 aufgefundene Goldglas aus der Katakombe ad duas lauros an der via Labicana in Rom7, jetzt im Vatikan, das J. B. de Rossi zuerst veröffentlicht hat8. De Rossi faßte den auf dem Bild (Abb. 2) dargestellten Bau wegen der zwei freistehenden Säulen, die er als die Säulen Jachin und Boas deutete, als den salomonischen Tempel auf. Hugo Greßmann9 erblickte in dem Bau den himmlischen Tempel, H. Lietzmann10 7 Farbig־ wiedergegeben in R. Wischnitzer-Bernstein, Symbole und Gestalten, Taf. V. 8 J. B. De Rossi, Un verre representant le Temple de Jerusalem, Archiv es de Lr Orient Latin, 1884, B. II. 9 H. Greßmann, Jewish Life in Ancient Rome, in Jewish Studies in Memory of Isr. Abrahams, New York, 1927, S. 181. 10 H. W. Beyer und H. Lietzmann, Die Katakombe Torlonia, 1930, S. 23.