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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 380

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst
Date
1936-01-01
Page
Seite 380 (sequence 4)
Language
German
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380 Rahel Wischnitzer «Bernstein Hütten für die Frommen der ersten Rangordnung machen, Gürtel für die der zweiten, Ketten für die der dritten und Halsbehang für die der vierten". Weiter heißt es da, daß das Dach der Hütte der Frommen aus der Haut des Leviatan und die Speise der Frommen aus dem Fleisch des Leviatan hergestellt werden wird. So wandelt sich der Leviatan der Bibel, ein wildes Seeunge« tüm, im Talmud in das dem Frommen dienstbar gemachte Tier. Auf diese Schilderung spielt der Machsor an. Jedoch tritt der Leviatan darin unter dem Namen ״Bariach" auf (Jozergebet für Sabbat und die Halbfeiertage), nach Jes 271 לויתן נחש ברח (Leviatan, die flüchtige Schlange)» Das Seitenstück zum Leviatan, der Behemot, fehlt im Machsor. Dafür erscheint der Sis (זיז), nach Baba Batra 73b, ein Riesenvogel. Ihn fand man Ps 50n/ wo unter זיז vielleicht ״allerhand Getier" (Ges.«Buhl) zu verstehen ist; man bezog aber בהמות im vorhergehenden Vers (offenbar mit Unrecht) auf das märchenhafte Ungetüm und gab ihm זיז zur Gesellschaft. Nach der talmudischen Erzählung werden die Ge« treuen in der Sukka des künftigen Paradieses die drei Urwelt« tiere Leviatan, Behemot und Sis verzehren. Der Illustrator des Leipziger Machsor interpretiert die Tiere nach der geläufigeren Auffassung als Fisch und Stier. Der Le« viatan ist in den meisten Quellen ein Fisch und keine Schlange, so auch im Buche Rasiel5. Der Behemot ist immer ein StieÄ Ein anderes, älteres Beispiel für die vom Künstler vertretefife Auffassung liefert die hebräische Bibelhandschrift der AmbÄj£ siana in Mailand, cod. 32 inf., aus dem 13. Jahrhundert, wo alle drei Urtiere auftreten und zwar als Fisch, Stier und Adlergreif6. Die Beziehung des Fisches und des Stieres zum Feststrauß« schwinger auf dem Bild des Leipziger Machsor ergibt sich nun ohne weiteres aus der eschatologischen Bedeutung der Tier« gestalten. Immer wieder wird in der Liturgie des Sukkotfestes die Vorstellung herauf beschworen von der Hütte, in der die Getreuen einmal versammelt sein werden. In primitiver, abbreviatorischer Darstellungsweise, im Stile der Wortillustration sind im Leipziger Machsor neben dem Frommen die Tiere des künfti« 5 M. Soloweitschik, EJ X unter Leviatan. 6 Abb. bei Z. Ameisen, a. O.

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