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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 361

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 4
Article
Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit
Date
1936-01-01
Page
Seite 361 (sequence 12)
Language
German
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Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit 361 bei dieser ist er auch geblieben,, denn ebd. 50b unt. erklärt er dezisorisch s• v.ומיהו כל הנך טרפות אנן לא טדחיינן למיבדקי בחרייהו דכל כמה דלא משתכחן: &אי אזלינן בתר רובא כדנפקא לן בפ״ק מהאליא תמימה ומקראי טובא. S. 33—34 kommt es in der Polemik gegen Weiß, bei der Tch. ent״ schieden im Vorteil ist, auch noch darauf an, ob die הלכה למשה מסיני teravinologisch oder chronologisch zu verstehen sei. Maim. faßt sie streng termi« nologisch auf, u. zw. an doppeltem Sinne: einmal, daß sie von Mose stammt, zweitens, daß sie von Mose nicht als Kommentar zum Schriftwort, sondern textfrei überliefert wurde. פירושי התורה כפי אשר יפדנו מקובלים מפי משה כמו שאמרנו מדבריהם כל התורה נאמרה כללותיה ופרטותיה ודקדוקיה מסיני... אבל אף טל פי שהם מקובלים מפי משה לא נאמר בהם הלכה למשה מסיני, שאין לומר פרי עץ הדר זה אתרוג הלכה למשה מסיני, או חובל בחברו משלם ממון הלמ״מ,שכבר נתייסר אצלנו, שכל אלו הפירושים מפי משה ויש להם רמזים במקרא או יוציאו אותם בדרך מדרכי הסברא ובו/ אבל כל דבר שאין לו רמז במקרא ואינו נקשר בו ואי אפשר להוציאו בדרך הסברא, עליו לבדו אמרו הלכה למשה מסיני. Man braucht nicht in allen Einzelheiten mit Maim. zu gehen, in der Hauptsache wird ihm! zumal der Historiker, kaum widersprechen können. In gewissen Fällen mag הללמ״מ auch uneigentlich, zur Überbetonung der Wichtigkeit eines zeitlich jüngern Satzes, gebraucht worden sein. Man beruft sich hierbei gern auf den Komm, des R. Ascher zu Jadajim IV, 3, der die dortigen 1 הללמ״מ™t לאו דוקא entkräftet. Doch hat der Terminus als solcher mit Exegese oder Schriftsinn nichts zu tun. Und es ist auch wenig wahrscheinlich, daß die bei תפילין vorkommenden ״הללמ״מSätze, wie שין של תפילין, קשר של תפילין ורצועות שחורות ותפילין מרובעות ursprünglich einen Sinn gehabt haben sollten, der über ihren sachlichen Inhalt hinausgeht. Hie חפילין an sich haben ihren Thora-Text und bedurften der הללמ״מ zur praktischen Bekräftigung, wie Weiß meint, keineswegs. Tch. ist hier (S. 34 ff.) entschieden im Recht. Zu den Ausführungen über den Prioritätsstreit um die midraschische und abstrakte (midraschfreie) Halacha (S. 37—62) ist im Kurzen zu bemerken, daß geschichtlich der midraschischen Halacha die Priorität grundsätzlich nicht abgesprochen werden kann. Es mag wohl sein, daß ein guter Teil der uns erhaltenen halachischen Midraschelemente jünger ist als die ihnen zugrunde liegenden Halachot. Das ist aber nicht daraus zu erklären, daß die abstrakte Halacha an sich, rein genetisch, älter sei als die midraschische Halacha, sondern daraus, daß in der Vererbungsfolge des halachischen Traditionsgutes die von der Praxis erfaßten Ergebnisse besser davonkamen als ihre schrifttextlichen und sonstigen Motivationen. Diese Erwägung hat etwas Zwingendes an sich, insbesondere, wenn es sich um kontroversfreie Halachot handelt. Ein Beispiel dürfte hier am Platze sein. Das schriftgebotene Jibb um״ Gesetz verpflichtet den Bruder, die Witwe seines kinderlos verstorbenen Bruders heimzuführen. Die einstimmige Tradition lautet, daß für die Leviratsehe nur Brüder väterlicherseits in Frage kommen. Liegt es nicht auf der Hand, daß diese an Dt. 255 geknüpfte Halacha zugleich auch urgegebene Interpretationstatsache war? Jeder

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