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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 362

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 4
Article
Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit
Date
1936-01-01
Page
Seite 362 (sequence 13)
Language
German
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362 Besprechungengesetzenthaltende Schrifttext muh notwendigerweise mit seinem Ausführungs« mod'us in die Erscheinung getreten sein. Mit dem Text über Schwagerehe muß auch sein praktischer Sinn, seine Interpretation in irgend einer Form mitgegeben worden sein. Man muß es־ von Beginn an gewußt haben, daß es sich um Brüder väterlicherseits handelt. Der uns erhaltene Midrasch (Sifre z. St. und Jebam. 17b) ist wahrscheinlich redaktionell jünger als die einschlägige abstrakte Halacha. Diese letztere ist aber gleichwohl nicht abstrakt zur Welt gekommen. Sie ging vielmehr in irgend einer Form aus dem Schriftwort hervor. Wir dürfen also mit einer Urinterpretation als erster Gegebenheit rechnen und wollen sie den ersten Midrasch nennen. Wieviel davon sich hinübergerettet hat in unsere Midraschliteratur, steht hier nicht zur Erörterung. Auf jeden Fall ergibt sich für uns das ent« wickelungsgeschichtliche Schema, daß die Urhalacha, so weit sie schriftgeboten erscheint, nicht abstrakte, sondern midiaschische Halacha war. Später erst erfolgten die Abstraktionen. — Der angeführte Fall vom Jibbum-Gesetz ist einer der einfachsten. Die Mehrzahl der Fälle ist verwickelter. Man vgl. z. B. das Schriftgebot von Kilajim (Dt. 229), worauf איסור הנאה gesetzt ist (Kidd. 56b u. s.). Auch hier kann es nacht zweifelhaft sein, daß der ,איסור הנאד als kontroversfreie Ur« tradition nicht in abstracto, sondern in Verbindung mit dem Schriftvers aufgetreten ist, und in den Worten פן תקדש המלאה seine Exegese gefunden hat. Ob sie nun im ׳קדש,Begriff zu suchen ist, oder in תקדש תקד אש kann uns hier gleichgültig bleiben. Vgl. Maim. ספר המצות Verb. 193 (ed. Bloch S. 263). — Vgl. ferner Sabb. 110b zu Lev. 2224 und Maim. ebd. S. 233 u. s. — Bei den Ausführungsbestimmungen von Schriftgeboten kommt man nur in den seltensten Fällen mit dem Schriftwort allein aus. Den Text müssen von vornherein Interpretationen begleitet haben, und wenn uns mitunter Halachot auf den ersten Blick älter erscheinen als der Midrasch, so liegt hier zumeist nur ein literarisches, nicht aber ein sachliches Prius vor. Es kann eine ursprüngliche Interpretation in Vergessenheit gekommen oder zweifelhaft geworden sein. (Schluß folgt.) Ein neues Lehnwort aus dem Griechisch-Lateinischen. Tos. Beza IV 20813 Zuck, verzeichnet Zuckerm. nach dem Worte אגוזים eine lacuna. Herr Saul Li ebermann« Jerusalem verzeichnet aus Ms. Brit. Mus. für die lacuna וטרולום, aus R. Hananel zu Beza Ende ב ע דרלם. Daraus ist בטרולום herzustellen tru Ileus — t r u 11 a, ׳cpookXiov ,,Becken“. Teilt man die Nüsse und das Geröstete nicht streuweis, sondern in Löffeln aus, so können die beschenkten Kinder das Erhaltene mitnehmern. T r u i 1 a war• bisher nur fürs Syrische nachgewiesen. (PSm. sv. 1512 und sv. 4115 שהלא - I. Löw. Nachtrag zu S. 288. Xa Jakob b. N a f t a 1 i, ידידיס עדת קדוש י□ ברוכים. Das Gedicht ist am Ende der Schrift von Nathan Hannover דון מצולה Erstausgabe, Venedig

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