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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 359

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 4
Article
Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit
Date
1936-01-01
Page
Seite 359 (sequence 10)
Language
German
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Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit 359 Tch. hat sich durch lange und eingehende Studien über die Begriffe Tora und Tradition, schriftliche und mündliche Lehre, Halacha und Agada, eigentliche und uneigentliche Exegese, Schriftwort und Rechtspraxis Klarheit zu verschaffen gesucht. Er arbeitet mit einer umfangreichen Fachliteratur und hat auch von sich aus manches zu sagen. — Der erste Band gliedert sich in 5 שערים Die erste Pforte (שער הערכי ן °(מבוא enthält eine ein״ gehende Analyse der wichtigsten halachischen Fachausdrücke nebst literargeschichtlichen Auseinandersetzungen. — Die zweite Pforte שער האמונה kann als Fortsetzung der ersten gelten. ,הורה שבעל פד und קבלה werden hier in ihre Elemente zerlegt und literarhistorisch vertieft — Die dritte Pforte שעד הדין ist den juristischen Grundlagen des Rechtslebens gewidmet; die vierte שער הקבלה behandelt die quellentheoretischen Grundlagen der praktischen Halacha; und schließlich die fünfte und letzte Pforte שער האומה hat das Judentum und seine Umwelt zum Gegen״ stand. כ]\ י, -!;■׳'\ Aus der kurzen Inhaltsübersicht ergibt sich, daß der erste Band fast durchweg den grundsätzlichen Fragen der Halacha gewidmet ist. Den weitaus größten Raum nehmen die Be״ trachtungen über das geschriebene und nichtgeschriebene Ge״ setz ein, deren klare Scheidung zu den verwickeltsten Problemen gehört. Vf. kann sich hier auf eigene Vorarbeiten beziehen. Das Schwergewicht des Problems liegt jedoch keineswegs in der bloßen Tatsache, daß dem im Schriftwort fixierten Lehr״ material gegenüber eine beträchtliche Summe halachischen Stoffes dem Gedächtnis bezw. der mündlichen Überlieferung anvertraut wurde. Die mündlich überkommene Lehre allein birgt in sich eine gewisse, zu einem guten Teil quellentheore״ tisch erklärbare Dualität, von der unsere Fachuntersuchungen äuszugehen haben. Mündliche Traditionen können nämlich von Beginn an ihre vom Schriftwort ganz unabhängige Entstehung gehabt haben, und als Daseinstatsache genau so primär sein wie das Schriftwort selbst. Andere aber haben das Schriftwort zur Voraussetzung und wollen es kommentieren, weiterentwickeln oder einschränken. Als vollkommen schrifttextfreie Gruppe von Traditionen nennt Maimonides in seiner Einleitung zur Mischna (ed. B. Hamburger S. 23 f.) die הלכה למשה מסיני♦ Eine weitere

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