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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 345

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 4
Article
Stilkritisches zum jüdischen Gebet
Date
1936-01-01
Page
Seite 345 (sequence 7)
Language
German
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Stilkritisches zum jüdischen Gebet 345 noch auf dem in ברוך steckenden Verbalbegriff lag5. Sobald sich der Akzent auf das am Schluß der Eulogie stehende Epitheton verschob, mußte das עד העולם bzw. מן העולם ועד העולם stören6, und so hat man diese Worte schließlich in der jüdischen Liturgie aus der Gebetsklausel wieder verbannt. Um so hartnäckiger haben sie sich dagegen in den christlichen Gebeten behauptet, die in diesem Punkt die Tradition der ältesten jüdischen Liturgie fortsetzen. Nicht in diesem Punkt allein[ Das frühchristliche Gebet hängt mit dem jüdischen genetisch so eng zusammen, daß wenn man dies letztere nach der formengeschichtlichen Seite hin untersucht, man nicht versäumen darf, auch jenes in den Bereich der Betrachtung zu ziehen. Wichtig sind für uns vor allem die orientalischen Riten,, und unter diesen muß uns die Meß« liturgie, die unter dem Namen des Apostels Jakobus geht und mindestens im vierten Jahrhundert in Palästina und Syrien herrschte7, aus diesem letzteren Grunde und wegen ihrer offen״ sichtlich zahlreichen Anklänge an die jüdische Gebetssprache besonders interessieren. Für die Geschichte der Schluß ״Eulogie zeigt sich nun, daß das christliche Gebet zwar das Prinzip der Formelhaftigkeit der Schluß״Eulogie wahrt, aber die Mannigfaltigkeit dabei doch immerhin eine wesentlich größere ist. Wir führen — in erster 5 Unanstößig wäre natürlich ברוך גואל‘ ישראל מן העולם ועד העולם, und so heißt es auch wirklich am Schluß des dritten Makkabäerbuches (VII 23): Eük0‘(7]T0<; 6 püoxrjc ’IapayjX eiq, touc de 1 ypovouc. Man beachte aber, daß hier nicht nur אתה wie in den Tos Taan 112 ff. erwähnten. Formeln, sondern auch י׳י fehlt. 6 In einem spätestens am Ende des vierten Jahrhunderts entstandenen christlichen Gebet der Constitutiones apostolicae Buch VII, Kap. 33—38 (vgl!, .darüber Bousset in den Nachrichten, der Kgl. Ges. d. Wissensch. zu Göttin gen, Phil .״hist. Kl. 1915, S. 435 ff.), in dem die Teßlla nachgebildet wird, heißt es am Schluß des Kap. 33fXxspyur/£ ־fevoo7;־Aßpoid^ sulo־pq׳cc>c ei sie Tobt; aiajva^, was ein מגן אברהם ברוך אתה לעולם voraussetzen würde. Hier ist also das Epitheton zum eigentlichen Anrufswort geworden und vor das ברוך ge״ rückt: es war das eine Möglichkeit, der syntaktischen Schwierigkeit, die durch das לעולם bei erweiterter Eulogie״Formel entstand, entgegenzuwirken. Aber der Gebrauch ist nicht durch gedrungen und konnte nicht durchdringen, sofern man nicht auf das ל׳י verzichten wollte! 7 Vgl. z. B. Baumstark, Die Messe im׳ Morgenland 1906, S. 38ff.

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