Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Stilkritisches zum jüdischen Gebet
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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342 Arthur Spanier am Sabbat vor der Schluß-Eulogie die Worte ופרוש עלינו סוכת שלומך, die bereits unmittelbar vor ותקננו gesagt sind, im deutschen Ritus wiederholt werden und damit die Kluft zwischen den ־־בי ארד Sätzen und der Schluß-Eulogie noch mehr erweitert wird, so liegt die Erklärung für die Wiederholung einerseits in der Interpolatoren-Gepflogenheit, nach Beendigung eines Einschubes wieder an den Schluß des alten Textes anzuknüpfen, andererseits beruht sie auf dem Empfinden, daß die beiden Überleitungssätze des Einschubs eben nicht zur Schluß-Eulogie des Sabbats passen, und daß diese eines weiteren Überleitungssatzes bedurfte. י־ ,* ־־ - •- Wir erwähnten, daß eigentlich ein אתה ^-Satz von der Schluß- Eulogie nicht durch eine Bitte geschieden werden darf. Dem fügen wir jetzt hinzu, daß wohl aber eine Bitte unmittelbar vor dem אחד *o-Satz stehen darf und muß. Eine Bitte oder eine Reihe von Bitten ist es, auf die sich der Begründungssatz in der Praxis unseres Gebetes normaler Weise bezieht; und wir finden den אתה ^-$atz fast nur in solchen Benediktionen, die ausschließlich oder wenigstens in ihrem letzten Teil Bittgebete sind. Es ist nun freilich zuzugeben, daß vereinzelt auch ein unorganischer Gebrauch des Schemas zu beobachten ist. Gegen Schluß der Jom kippur-Tefilla steht in dem Stück ועל חטאים שאנו חייבים עליהם ..•* der Satz כי אתה סלחן לישראל, ohne daß eine Schluß- Eulogie folgte und ohne daß auch nur eine Bitte vorherginge. In diesem späten Stück ist die Regelwidrigkeit gewiß ursprünglieh. Wir werden auch weiterhin noch Gelegenheit haben, die Erklärung für Abweichungen von der Norm darin zu finden, daß oft schon bei der Konzeption eines Gebetes verschiedene Stiltendenzen in gegenseitiger Mischung und Durchkreuzung wirksam gewesen sein werden. Dennoch wird man daran festhalten dürfen, daß Formstörungen wie die oben besprochenen erst im Laufe der Überlieferung des Gebetstextes entstanden sind: zumal soweit dies durch ritengeschichtliche Tatsachen bestätigt wird. — Eduard Norden hat in seinen ״Agnostos Theos" betitelten Untersuchungen zur Formengeschichte religiöser Rede S. 183 des ausführlichen erörtert, daß die Anrufung eines Gottes mit