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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 338

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 4
Article
Die Rechtslage im biblischen Hohenliede
Date
1936-01-01
Page
Seite 338 (sequence 9)
Language
German
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338 Samuel Krauß Man nimmt ferner an, daß 8n_12 ein Fragment für sich sei, während es nach mir doch eine Art Anschluß an die Worte der Braut in Vers 10 hat, und desgleichen vielleicht auch Vers 13. Die Braut hat einen Weingarten, und ebenso ״Salomon“, der Hochzeitskönig; das erzählt entweder die Braut selbst, oder besser noch: der Dichter, da nur in dessen Stile ״Salomon“ in diesem Sinne richtig ist. Der Mann hat einen Weingarten in Ba'al Hämön, er bewirtschaftet ihn jedoch nicht selbst, da er doch ein Hirte ist (17 und sonst)21. Er gibt ihn in Pacht; ein jeder Pächter bringt ihm um die Frucht 1000 Silberlinge zu (wahrscheinlich erdichtet, um den Reichtum des Hochzeitskönigs herauszustreichen; in Wirklichkeit wohl nur 10 oder 100 Silber״ finge, oder, um bei 1000 zu bleiben, wohl nur soviele Denare). Mein Weingarten, so spricht die Braut, bleibt mir selbst zum Genüsse (zu לפני in diesem! Sinne vgl. Gen 139 u. 476); die tausend (von Deinem) gehören Dir, o Salomon, doch 200 denen, die seine Frucht hüten (d. i., da das Suffix in פריו notwendig auf כרמי in diesem Verse gehen muß, und nicht etwa auf כרם in Vers 11, so sagt sie damit, auch ich habe einen Weinberg, aber den bewirtschafte ich selbst, doch so, daß ich ״Hüter'22 darin halte, denen ich 200 [Silberlingel bezahle. Das Ganze mutet an, daß hier die Brautleute zum Schlüsse noch ihre Ver~ mögensverhältnisse besprechen und ordnen. Wem es nicht einleuchten will, daß solche Dinge hier über״ haupt besprochen werden, hier inmitten von Liebesliedern, den muß ich fragen, wozu also die Erzählung überhaupt, da es doch uns in diesem Zusammenhänge nicht interessieren kann, daß Salomon in dem angegebenen Orte einen Weinberg besaß, der ihm an Revenuen soundso viel ab warf. Es soll sich handeln um den Gegensatz zwischen ihm, dem Könige mit dem Harem, und dem Hirten, dem Verehrer der Sulamit — wieso aber ist dieser felde“; das wird gesagt, um diesen Salomon von anderen Salomons zu unter״ scheiden; v,gl. 59: ״Was ist dein Freund! vor anderen Freunden“ usw. 21 Vgl1, die sogenannte Hirtenhypothese. Auf den königlichen Domänen wirtschaftete in jeder Branche ein •eigener Beamter (I Chr. 2725 ff.); das wird im Kleinen auch in der. Privatwirtschaft so gewesen sein, so z. B. ist Jakob im Hause Labans durchaus nur als Hirte beschäftigt, nicht als Bauer. 22 נוטרים kann beides sein: Pächter und Hüter; auch das ein Wortspiel.

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