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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 337

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 4
Article
Die Rechtslage im biblischen Hohenliede
Date
1936-01-01
Page
Seite 337 (sequence 8)
Language
German
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Die Rechtslage im biblischen Hohenliede 337 ist aber auch die Mehrzahl כרמים gegen jede Abschwächung und Mißdeutung geschützt: sie hatte tatsächlich mehrere Weingärten der Brüder zu hüten, den einzigen aber, den sie hatte, konnte sie nicht hüten, weil es die neidischen Brüder nicht zuließen. Ob damit etwas für das nächstfolgende Stück 81]L f. ge״ Wonnen werden kann, ist nicht sicher; zu wünschen wäre es, denn die Stelle hat im Zusammenhänge gar keinen Sinn. Das Wort ״mein Weinberg" 812 scheint entschieden auf 16 zurück״ zuweisen. Eine Auskunft wie die von P. Haupt (S. 46) ״die jungfräulichen Reize der Mädchen heißen ihre Weingärten" kann ich nicht gelten lassen, und noch weniger die läppische Behaup״ tung, mit ״einen Weinberg hatte Salomon in Ba’al Hämön" usw., der viel Hüter brauchte usw., sei Salomons Harem gemeint. Ich möchte auch hier ״Weinberg" durchaus in seinem echten, schlichten Wortsinn nehmen, wozu schon das Detail ״Früchte" und ״tausend Silberlinge" zwingt. Auf dem Boden der wasf״ Theorie stehend (s. den Anhang zu Delitzsch' Komm.), muß ich auch in diesem Salomon nicht den echten König S., sondern einen Spiel« oder Hochzeitskönig verstehen, wie in 15 und 3ף. Allem Anscheine nach waren die ländlichen kleinen Besitze der Brautleute hart nebeneinander gelegen, wie ja natürlich und wie aus 18 noch besonders hervorgeht. Wenn nun das genannte Ba’al Hämön die Besitzung des beliebigen Landjunkers war, so ist es nicht weiter zu verwundern, wenn wir von diesem Orte sonst nichts wissen, während es bei der Voraussetzung, daß es eine königliche Domäne war, doch recht auffallend ist und die Ausleger nicht wenig plagte20. 20 Vermutungen s. bei Graetz, Budde und anderen. Eine Mög״ lichkeit wäre noch, Baal Hämön als Gattungsnamen aufzufassen, wie es Hieronymus und־ die Aggada (s. Midrasch Rabba z. St.) tut: ein allen zugängliches Feld, wozu das nun folgende ״ein jeder bringt um seine Frucht tausend Silberlinge"‘ gut passen würde. Bekanntlich kommt im Neuhebr. בית בעל als Bezeichnung eines Feldes vor, das vom Himmel her seine Be״ Wässerung erhält; der Ausdruck ist gekürzt aus שדה] ב׳ ב׳], wie z. B. בית בור gekürzt ist aus 'שדה] ב׳ כ! (Stehen s. bei Ben Jehuda S. 534 ff.). Es ist wichtig zu beobachten, daß z. B. für den einen und denselben Ort vorkommt bet ba’al rme'ön, ba'al meön und b'ön! (so statt m’ön; alles bei Gesenius s. v. בית). Analog kann unser Wort aus [bet] ba’al hämön gekürzt sein. ״Einen Weinberg hatte Salomon in einem dem! Volke zugänglichen Regen״ Monatsschrift, 80. Jahrgang 22

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