Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Rechtslage im biblischen Hohenliede
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 7)
- Language
- German
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336 Samuel Krauß ebenso18. Mit all dem sagt sie: Da ich nun großjährig ge״ worden, konnte ich mein Volk, d. h. mich selbst, zum Frieden hinausführen, konnte ich die Belagerung loswerden. Sie kann sich den zum. Gatten wählen, der ihr lieb ist; die boshaften Brüder haben nicht dreinzureden. Das ist für die Handlung des Buches nicht unwesentlich. Die zwei Worte כמוצאת שלום könnten auch wie folgt erklärt werden: Das weibliche Kind hatte vom Vater einen Zehntel der Güter (עשור נכסים) zu bekommen; daran erinnern die rabbinischen Kommentare bei den Töchtern Labans Gert 3115, daran erinnert auch der Midrasch zu HL selbst (zu 15, s. ed. Warschau fol. 27d), eine Sache, die juristisch oft abgehandelt wird19. Das Weib, das diesen Betrag erhalten hat, ist יוצאת d. i. geht befriedigt aus dem väterlichen Hause hinaus; das ist der technische Ausdruck; vgl. auch Ex 21 n. Zu diesem Zwecke müßte ich in HL 810 יוצאת statt מוצאת lesen, was aber, nicht zu empfehlen ist; auch wäre damit das Bild vom kriegerischen Vorgehen nicht mehr wirksam. Von diesen Bedenken abgesehen, erhielte der Satz auch so einen guten Sinn: Da, großjährig geworden, erhielt ich meine Abferti״ gung in Frieden, d. i. zu meiner Zufriedenheit. Statt בעיניו ist auch in diesem Falle בעיניהם zu lesen, da es mehrere Brüder gibt, es sei denn, wie bereits bemerkt worden, das Suffix in der Ein״ zahl beziehe sich auf den ältesten Bruder. Es ist auch möglich, daß ״Sulamit“ auch hier einen Tadel ausspricht gegen die Brüder: s i e halten mich für eine solche, die zur Zufriedenheit abgefertigt ist (ich bin es aber nicht). Damit kann man eine Erklärung finden auch für das schwie״ rige ״meinen Weinberg aber habe ich nicht gehütet“ (16). Das soll heißen: Meine eigene Person habe ich nicht gehütet, und dgl. mehr, was alles die Ausleger in ihrer Not erfunden haben. Aber die ״Sulamit“ ist keineswegs die Person, die sich selbst, ihre Schönheit, ihre Moral abträglich beurteilt. Die Worte be״ sagen einfach: Den Weingarten, der auf mich entfiel, konnte ich nicht hüten, da mich die Brüder, und deren sind mindestens zwei, zur Hüterin ihrer Weingärten gemacht hatten. Damit 18 Das ist nickt ärger als etwa das ״Lob“ 75 ״deine Nase wie der Libanon türm“. 19 Vgl. j. Kehibb. VIr 6, 30d, b. 68a (L e v y III, 709); Maim. הל׳ אשות XX, 4.