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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 332

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 4
Article
Die Rechtslage im biblischen Hohenliede
Date
1936-01-01
Page
Seite 332 (sequence 3)
Language
German
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332 Samuel Krauß nun dürfte HL 8S ff. zu erklären sein. Die Brüder beraten sich, was sie der Schwester antun werden, wenn es zu ihrer Verheiratung kommen wird; in gleicher Weise hatten sich auch die Brüder Josefs beraten, als sie zu dem verwerflichen Akt des Verkaufens schritten (Gen 372). ״Wir haben eine Schwester, die (jetzt noch) klein ist und keine Brüste hat (also träfe sich vorerst kein Käufer, d. i. Ehegemähl); was werden wir (sollen oder können wir) unserer Schwester antun am Tage, da um sie geworben wird (da sie doch uns notorisch aufsässig ist)? Ist sie eine Mauer'" usw. Hier setzt nun meine Erklärung ein. M a u e r und Türe sind keine Antithesen, wie allgemein geglaubt wird, sondern zwei Begriffe, die sich gegenseitig ergänzen, indem דלת hier in der Poesie verkürzter Ausdruck ist für דלחים ובריח* Tore und Riegel, Zubehöre zur Mauer. So steht z. B. auch Deut 35 erst Mauer, dann Tore und Riegel; in Jet 4931 steht ״Tore und Riegel" — daß dazu auch ״Mauer" gehört, versteht sich von selbst. Wäre der von uns behandelte Satz in Prosa geschrieben worden, so hätte der Schriftsteller aller Wahrscheinlichkeit nach geschrieben: Ist sie eine Mauer mit Toren und Riegel, so werden wir gleichwohl, um sie zu stürmen, eine silberne Burg und eine zedeme Planke gegen sie erbauen. So aber schreibt unser Dichter in rhythmisch gebundener Rede, und noch dazu in parallelismus membrorum, und so kommt es, daß er die!Sätze verteilen muß, wie sie eben vor uns stehen. Daß אם ♦ * < אם keinen Kontrast involviere, bringt Delitzsch8 von Ho eiemann heran, doch bekämpft er diese Meinung. In Wirklichkeit ist aber אם . ...אם sive... sive noch im Neuhebräischen sehr gebräuchlich; es genügt den Satz anzuführen (aus der Liturgie des Neujahrs): ״ אם• כבנים. . . אם בטבחיםob nun wie Söhne ... ob nun wie Knechte" (erhöre uns)9. ״Wir bauen gegen sie eine 8 Bibi. Komm. IV. Bd., Leipzig 1875. 9 So z. B. findet man oft im bab. Talmud הן חסר והן יחד, wo הן dem hebr. אם entspricht. So gibt es z. B. einen aram. Satz in b. Ta'an. 24ar wo im Vorder« und im Nachsatz je ein אי bzw. ואי steht (Ausgaben או, aber un« richtig) und den M. S ch l e sin ger, Satzlehre der.aram. Sprache des bab. Talmud (Lpz. 1928) S. 291 wie folgt übersetzt: ״Wenn man ihr mehr gab

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