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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 328

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 4
Article
Das Verhältnis Maimunis zur jüdischen Mystik
Date
1936-01-01
Page
Seite 328 (sequence 24)
Language
German
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IRI
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328 Alexander Altmann als positive Wirkung־ des ״Zimzum“. Bahir kennt das positive Tohu- und Satanprinzip (§§ 93, 109). Der Unterschied wirkt sich bis in die Attributenlehre hinein aus. Der Strom der Erna« nation ist für Maimuni Inbegriff einer Kausalität, deren Wesen durch die ״Atribute der Tätigkeit“ beschreibbar ist (I 58). In diesen Attributen ist zwar eine Mannigfaltigkeit von Middot (I 54) enthalten, Gottes Barmherzigkeit sowohl wie sein Eifervoll-, Rächend-, Zomig-Sein. Aber im Grunde wird diese polare Mannigfaltigkeit nicht stark genug durchgehalten, um dem Problem der Dämonie in der Welt eine tiefe Konzeption abzuringen. Die Attribute der Tätigkeit werden nicht im Wesen Gottes verankert, sondern schweben in der Sphäre der Relation, sie bleiben bloße Aspekte des Göttlichen vom Menschen her (More I 54). Auch in der jüdischen Mystik wird zwar die Unerkennbarkeit des göttlichen Wesens nicht angetastet. Auch hier bleibt Gott seinem Wesen nach in der Verborgenheit. Aber während dort die Sephirot den sich entfaltenden Gott in der ganzen Bewegtheit seiner Potenzen und Aspekte darstellen, wird hier der Bereich der Middot aus einem polar-ontologischen zu einem sittlich-praktischen verengert. Maimuni sieht nicht den weit über das Maß des Rationalen hinausschießenden ״numinosen“ Charakter des biblisch״talmudischen Gotterlebens. Er kann daher die Vielfalt der Middot im Sammelbegriff der ״Emanation des Guten“ zusammenfassen. Die jüdische Mystik hingegen hat sich mit dieser einstrahligen Kausalität nicht begnügt. Aus der einen Emanationsrichtung wird eine Vielfalt von Potenzen, die der Sephirot, die nicht bloß die Individuation des einen, eindeutigen Kausalprinzips besagen, sondern qualitativ verschiedene Stufen, Gesetzlichkeiten werthaft-ontologischer Art. Die Wirklichkeit wird nicht plan, sondern perspektivisch gesehen. Daher hat das Phänomen der Emanation in der jüdischen Mystik nicht die Ordnung der Reihe, der Folge, sondern des Raumes, des Mehrdimensionalen. Von hier aus wird das Symbol des Sephirotbaumes, und die merkwürdige Lokalisierung der Prinzipien im Raume verständlich65. Es handelt sich hier um das Ordnen der Potenzen nach ihren verschlungenen Relationen, 05 So hat das Böse seinen Sitz im Norden. Vgl. Bahir §§ 9r 24, 109.

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